Konrad Wolf: „Journalismus: Gestern.heute.morgen“. Pressefreiheit ist Menschenrecht

Im Rahmen der Feierlichkeiten rund um den 200. Geburtstag von Karl Marx hatte der Deutsche Journalisten-Verband Bezirksverband Trier gemeinsam mit der Karl Marx 2018-Ausstellungsgesellschaft zu einer Podiumsdiskussion: „JOURNALISMUS: gestern. heute. morgen.“

in die Viehmarktthermen in Trier eingeladen. Marx und sein Werk wurden zum Anlass genommen, in einer Diskussionsrunde seine Rolle als Journalist zu beleuchten und in diesem Zusammenhang die Frage der Zukunft eines politischen Journalismus zu diskutieren.
Schirmherr Kulturminister Konrad Wolf eröffnete den Abend mit einem Grußwort: „Marx übte in seinem Leben eine Vielzahl von Rollen aus: Er war Politiker, Privatgelehrter und er war Journalist. Er begriff den Journalismus stets als große Chance, seine Gedanken, seine messerscharfen Analysen gesellschaftlicher Umstände und auch seine politischen Forderungen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Marx nahm sich die Zeit zur Recherche, zum ausführlichen Ergründen der Umstände, der Entwicklung, der Einbettung in den großen Kontext. Hierauf baute er seine Einschätzungen auf, erklärte das Geschehen, erklärte seinen Leserinnen und Lesern die Welt. Genau dies ist das Gegenteil von „Fake News“ und Verschwörungstheorien. Das ist die Stärke des Journalismus. Keine schnelle Schlagzeile, sondern Nachhaken, Nachfragen und darauf aufbauend eine Analyse betreiben.“

Marx habe schon früh die Macht der Medien in der politischen Willens- und Meinungsbildung, als Korrektiv für die Regierungs- und Parlamentsarbeit erkannt. Umso entschiedener sei er für die Pressefreiheit eingetreten. Für ihn sei das Eintreten für die Meinungs- und Pressefreiheit auch immer eine grundsätzliche Frage der Bürger- und Menschenrechte gewesen.

„Journalismus: gestern. heute. morgen“ wirft genau diese Fragen auf. Und das in einem höchst entscheidenden Themenfeld: Der Meinungsfreiheit und der Pressefreiheit. Die Dringlichkeit über diese zentralen Bausteine der Bürger- und Menschenrechte zu sprechen, wird alljährlich besonders deutlich, wenn die weltweite Jahresbilanz über Verstöße gegen die Presse- und Informationsfreiheit veröffentlicht wird. Erschütternde Daten kommen dort zum Vorschein. Zensur, Einschüchterung und Bedrohung greifen zunehmend wieder um sich. Waren dies vor Jahren nur Themen aus Staaten, die weit weg von Europa waren, müssen wir heute feststellen, wie nah diese Unterdrückungen und Verfolgungen gekommen sind“, führte der Minister weiter aus.

Angesichts der Rahmenbedingungen mit dem der Journalismus heute konfrontiert sei, stehe er vor einer großen Herausforderung. „Ich bin mir aber sicher: Qualitätsjournalismus hat auch morgen eine Zukunft!