Katalog zur Ausstellung der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz zu Renato Mordo

Vor zwei Wochen startete in der Deutschen Schule Athen die dritte Etappe der von Torsten Israel, Marita Hoffmann und Uwe Bader erarbeiteten Wanderausstellung "Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich. Ein Künstlerleben im Zeitalter der Extreme". 2020 in wurde sie erstmals in der Gedenkstätte KZ Osthofen gezeigt. Nun ist in deutscher und griechischer Sprache eine bebilderte Broschüre zur Ausstellung erschienen, die vom Landtag und der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz herausgegeben wurde.

Mit dem Theaterstück "Chaidari" setzte der jüdische Regisseur Renato Mordo unmittelbar nach seiner Entlassung aus dem gleichnamigen KZ bei Athen im Oktober 1944 gleichsam ein Mahnmal gegen die in diesem KZ begangenen Verbrechen. Mordo war 1939 vor den Nazis nach Griechenland geflohen und 1940 Mitgründer der Griechischen Nationaloper.

Hendrik Hering, Präsident des Landtags Rheinland-Pfalz, und Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale, weisen darauf hin, dass "in der Ausstellung, das erschütternde Ausmaß der Gräueltaten des nationalsozialistischen Deutschlands von 1941 bis 1945 in Griechenland deutlich wird, mit ihren verheerenden Folgen für die griechische Bevölkerung und das Land. Es ist in Deutschland bislang immer noch weitgehend unbekannt, dass Griechenland unter der NS-Besatzung die höchsten Opferzahlen aller nicht-slawischen Länder zu beklagen hatte. In unserem Gespräch vor der Eröffnung der Ausstellung in Athen standen die Erfahrungen im Mittelpunkt, die die Jugendlichen der Deutschen Schule Athen bei ihrer Auseinandersetzung mit dem Leben und Werk von Renato Mordo gemacht haben. Die Broschüre zur Ausstellung bietet zahlreiche Anregungen für neue Ansätze in der Gedenkarbeit und Demokratiebildung gerade für junge Menschen - von der Theaterpädagogik bis hin zu griechisch-deutschen Schulprojekten."

Die Broschüre ist ab sofort bei der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz kostenlos bestellbar. Die Bestellung ist unter katrin.heidt(at)politische-bildung-rlp.de und auf der LpB-Homepage www.politische-bildung-rlp.de möglich. Die Broschüre kann in der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, Am Kronberger Hof 6, und in der Gedenkstätte KZ Osthofen, Ziegelhüttenweg 38, direkt unter Einhaltung der aktuellen Corona-Regeln mitgenommen werden.

Renato Mordo hatte 1940 maßgeblich an der Gründung der Griechischen Nationaloper mitgewirkt. Der Regisseur, der vor 1933 u.a. in Darmstadt und Worms tätig war und 1952 Leiter der Mainzer Oper wurde, musste in den Jahren der Besatzung Griechenlands um sein Leben fürchten, insbesondere im Spätsommer 1944, als er ins KZ Chaidari bei Athen verschleppt wurde.

Quelle: Pressemitteilung der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz