Festung Ehrenbreitstein © Christina_Schreiner_RLP_Tourismus_GmbH

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© Christina_Schreiner_RLP_Tourismus_GmbH (Festung Ehrenbreitstein)

Ostdeutsche Heimatstuben Zweibrücken

Mit der neuen Ostdeutschen Heimatstube ist eine sehenswerte Stätte der Erinnerungen entstanden. Seit 1990 besitzt der Bund der Vertriebenen Vereinigte Landsmannschaften Kreisverband Zweibrücken in Zweibrücken schon diese Einrichtung, doch seit dem Jahr 2002 befindet sie sich an neuer Stelle: in der Grinsardstraße 16, in der ehemaligen Maerckerschule.

Viel war es nicht, was die Menschen aus den Vertreibungsgebieten Ost- und Westpreußen, Hinterpommern, Schlesien und Oberschlesien, dem Sudetenland und Siebenbürgen mitnehmen konnten. Zweibrücken wurde für einige der Vertriebenen zu einem neuen Zuhause. In den Ostdeutschen Heimatstuben erinnern zahlreiche Bilder an ihre Herkunftsorte. Auch Schriftdokumente und Landkarten sowie landschaftstypische Gegenstände sind zu finden.

Das Glanzstück der Sammlung ist ein zweifarbiges wollenes Doppelgewebe. Aus zwei Längsbahnen zusammengesetzt ist es gut 1,60 m breit, über 3 m lang und wiegt 6,2 kg. Mit der Musterung aus verschiedenen geometrischen Formen, stilisiertem Lebensbaum, Hund, Hirsch und Figuren im Mittelfeld sowie einer stilisierten Ährenranke in der Randleiste zeigt es die typische Gestaltung von Teppichen, deren Herstellung räumlich offensichtlich auf Ostpreußen begrenzt war.

Die wenigen erhaltenen datierten Objekte weisen alle in eine Entstehungszeit um 1800, der Teppich in der Heimatstube ist 1799 entstanden. Die so genannten ostpreußischen Doppelgewebe gehörten zur traditionellen Brautausstattung und schmückten den bäuerlichen Hochzeitstisch.

Auf der Zweibrückener Decke wird mit den paarweise sich an den Händen haltenden Figuren unterhalb der Jahreszahl auf den Hochzeitstanz Bezug genommen. Auch nach dem festlichen Ereignis wurde die Hochzeitsdecke nur sonn- und feiertags aufgelegt. Sie zählte zu den wichtigen Familienerbstücken. Die letzte Besitzerin der Zweibrücker Decke, aus Kleszöwen im Kreis Lyck (Ostpreußen) stammend, nahm mit dem großen, schweren Textil ein Stück Heimat und Brauchtum mit in die Fremde.

<p class="align-right">(Text (teilweise) und Bild: Sabine Philipp)</p>

 

Adresse
Grinsardstraße 16 (Postanschrift: Poststraße 52)
66482 Zweibrücken

Tel.: 06332-76852
Kategorie
Museen / Bildende Kunst
Institutionsform
Privat
Einrichtungsart
Museum
Führungen
Nach Vereinbarung, auch in Polnisch
Eintrittspreise
Eintritt frei
Öffnungszeiten
Öffnungszeiten: So 10-12 Uhr
Hinweise für Behinderte
Leider nicht behindertengerecht, da im 2. Obergeschoss gelegen


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