10 Bibliothekstage Rheinland-Pfalz

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation wird die Eröffnungsveranstaltung der 10. Bibliothekstage Rheinland-Pfalz, die vom Herbst 2020 auf das Frühjahr 2021 verlegt wurden, am 23. April im KING - dem Kultur- und Kongresszentrum Ingelheim stattfinden, allerdings nach jetzigem Stand leider ohne Gäste. In Abstimmung mit dem KING, der Stadt Ingelheim und dem Team der Mediathek Ingelheimlädt lädt die IKuM dazu ein, die Eröffnung der Bibliothekstage live im Internet zu verfolgen. Die digitale Eröffnungsveranstaltung wird ab 19 Uhr über den Youtube-Kanal der Mediathek Ingelheim zu sehen sein.

Lesung: Maxim Leo: "Wo wir zu Hause sind"

Maxim Leo erzählt in „Wo wir zu Hause sind“ die Geschichte seiner jüdischen Familie, die auf der Flucht vor den Nazis in alle Winde zerstreut wurde, und deren Kinder und Enkel zurückfinden nach Berlin, in die Heimat ihrer Vorfahren. Nach Israel gingen Irmgard und Hans, zwei Berliner Jura-Studenten, die 1934 ins gelobte Land auswanderten und in einem Kibbuz unweit der Golan-Höhen ihre Kinder großzogen. In England trifft Maxim Leo die Familie von Hilde, die als Schauspielerin in kleinen Theatern arbeitete und in jungen Jahren Fritz Fränkel heiratete, Gründer der KPD, Freund Walter Benjamins, mit dem sie nach Frankreich emigrierte. Später floh Hilde mit ihrem Sohn nach London. In Frankreich wohnt Leos Tante Susi, deren Mutter Ilse im Internierungslager Gurs ihre große Liebe kennenlernte und bis zum Kriegsende im Untergrund lebte. Auf der Suche nach der Vergangenheit seiner Familie entdeckt Maxim Leo eine Zusammengehörigkeit, die keine Grenzen kennt. 

Maxim Leo, 1970 in Ost-Berlin geboren, ist gelernter Chemielaborant, studierte Politikwissenschaften, wurde Journalist. Heute schreibt er Kolumnen für die Berliner Zeitung, gemeinsam mit Jochen Gutsch Bestseller über sprechende Männer und Alterspubertierende, außerdem Drehbücher für den "Tatort".  Für sein autobiografisches Buch "Haltet euer Herz bereit" wurde er 2011 mit dem Europäischen Buchpreis ausgezeichnet. 2014 erschien sein Krimi "Waidmannstod. Der erste Fall für Kommissar Voss", 2015 "Auentod". Maxim Leo lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Berlin.

Nach der Lesung wird die SWR-Moderatorin Kerstin Bachtler ein Gespräch mit dem Autor zu seinen Büchern, zur aktuellen Situation der Juden in Deutschland und zur Bedeutung der Bibliotheken für die Demokratie und die kultureller Vielfalt führen.

Die SWR-Redakteurin und Moderatorin Kerstin Bachtler ist vielen Menschen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg aus Radio und Fernsehen bekannt. Die gebürtige Neustadterin studierte Germanistik, Anglistik und Kunstgeschichte. Seit mehr als 25 Jahren arbeitet sie beim Südwestrundfunk, ihr Themenschwerpunkt ist die Kultur. Als Lyrikredakteurin betreut sie unter anderem die SWR 2 Rubrik „Gedichte und ihre Geschichte“ am Samstagnachmittag. Kerstin Bachtler spielt in ihrer Freizeit Theater und tritt mit Lyrikperformances auf, unter anderem mit dem Lyrik-Duo „Texttaxi“. Sie ist die Co-Autorin des Buches „111 Gründe, die Pfalz zu lieben“. Sie hat zwei Kinder und wohnt in Kirrweiler in der Südpfalz. 

Musikalische Akzente setzt an diesem Abend Almut Schwab aus Mainz mit dem Akkordeon.

Almut Schwab, bekannt als kreativer Wirbelwind in verschieden Weltmusik-Ensembles spielt mit Leidenschaft, Innigkeit und unnachahmlicher Spielfreude Musik, die Grenzen überschreitet. Klezmer, Tango, Balkan, französische Musette und italienische Canzoni: in ihrem Solo-Programm lässt sie mit ihrem Akkordeon die unterschiedlichsten Genres zu neuen Klangwelten verschmelzen.
Mit Abenteuerlust, Spielfreude und Respekt zur Musik taucht Almut Schwab genußvoll ein in die melancholisch-heitere Welt des Klezmers, die Wildheit der Balkantänze, die leidenschaftliche Hingabe des Tangos, die Eleganz französischer Musette-Musik und die Lebensfreude italienischer Canzoni.

Quelle und weitere Informationen: https://www.bibliothekstage-rlp.de
Youtube-Kanal der Mediathek Ingelheim: https://www.youtube.com

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