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Konzert B.E.N.K - Bad Emser Neue Klänge, "La Mandragore"

Klassische Musik

Bad Ems, Rhein / Lahn / Taunus
21.02.2017, 19:30 Uhr

Nachdem der Pianist Benoît Gagnon das Publikum mit einer Aufführung des „Makrokosmos“ von George Crumb im Mai 2015 bereits begeistern konnte, lag es nahe, ihn erneut einzuladen. In diesem Konzert wird er wieder ein Soloprogramm vorstellen, das sich durch seine sorgfältige Zusammenstellung genauso auszeichnet wie durch seine hohe spielerische Virtuosität. An diesem Abend nimmt Benoît Gagnon die Zuhörer mit in die Welt der mystischen, geheimnisvollen und spirituellen Klänge.

Bereits Alexander Skrjabin setzte in seiner Sonate Nr. 9 aus dem Jahr 1913, die den Untertitel „Schwarze Messe“ trägt, sein Ideal eines mystischen Gesamtkunstwerkes in Töne um, die durch die Verbindung von künstlerischen, theologischen und philosophischen Ideen zu einem Ganzen werden sollten, das laut Aussage des Komponisten seine Berührung mit dem Satanischen darstellt.

Der Komponist und Pianist Fabio Grassi wurde im italienischen Vercelli geboren und erlebte seinen Durchbruch als Komponist im Jahr 1996, als er den „Alberto Ginastera Kompositionswettbewerb“ in Buenos Aires gewann. Seither schrieb er eine Vielzahl von Kompositionen für sein Instrument, das Klavier. So auch die Fantasie „Veni Creator Spiritus“ aus dem Jahr 2012. Und bereits im Titel dieses Werks ist durch den Bezug zum mittelalterlichen Pfingsthymnus deutlich zu erkennen, dass dem Komponisten durchaus an einer geistig-spirituellen Durchdringung seines Stückes gelegen ist. Aber es geht ihm eben nicht nur um diesen Aspekt, sondern genauso wichtig sind ihm beispielsweise die Komponenten Wind, Atem oder die sogenannten „Geister der Luft“. All dies hat er in einem faszinierenden Klavierstück zusammengeführt.

Tristan Murail beschwört in seinem Werk „La Mandragore“ den Zauber und die Kraft der mediterranen Alraune. Dieser Pflanze setzte er in dem Stück von 1993 mit seinen ostinaten Rhythmen und den damit einhergehenden farbigen Akkorden ein magisches Denkmal voller klanglicher Raffinesse.

Beim nächsten Komponisten stellt sich bereits bei der Nennung seines Namens für viele das erste Rätsel, denn wer war Giacinto Scelsi? Der Name und seine Werke sind heutzutage selbstverständlich keine unbekannten Größen mehr, aber Zeit seines Lebens hat sich der 1988 in Rom gestorbene Komponist darum bemüht, möglichst wenige Details über sich in die Öffentlichkeit zu lassen. Grob zusammengefasst und mit allen notwendigen Vorbehalten geht die Musikwelt mittlerweile davon aus, dass er aus süditalienischem Adel stammte, in den 20-er Jahren des letzten Jahrhunderts als Dandy und Lebenskünstler in Paris und London lebte, nach einer mehrjährigen persönlichen Krise seit 1952 in Rom zuhause war und ab diesem Zeitpunkt seine wichtigsten Werke schrieb. Seine Kompositionen fanden zunächst wenig Resonanz und erst in den 1980-er Jahren kam es vermehrt zu Aufführungen seiner Stücke. Giacinto Scelsi hatte einen durchaus als eigen zu bezeichnenden Kompositionsstil, der seiner Vorstellung von sphärischen, meditativen Klangwelten entgegenkam. Ganz in diesem Sinne dürfte seine Sonate Nr. 3 gesehen werden.

Benoît Gagnon, Klavier

  • Alexander Skrjabin: Sonate Nr. 9 op. 68 „Schwarze Messe“
  • Fabio Grasso: Fantasia „Veni Creator Spiritus“
  • Tristan Murail: La Mandragore
  • William Engelen: Ein Werk für Klavier (Uraufführung)
  • Giacinto Scelsi: Sonate Nr. 3

Quelle und weitere Informationen: http://www.kuenstlerhaus-balmoral.de

Konzert B.E.N.K - Bad Emser Neue Klänge, "La Mandragore"
Veranstaltungsort

Künstlerhaus Schloss Balmoral
Villenpromenade 11
56130 Bad Ems

06131-2758340
Fax: 06131-27583454
info(at)kulturstiftung-rlp.de

Eintrittspreise
12 Euro | ermäßigt 8 Euro



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