2. Landeskulturkonferenz
Impulse und Perspektiven für die kulturelle Teilhabe junger Menschen
Kulturministerin Katharina Binz: Mit der Landeskulturkonferenz rücken wir die kulturelle Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in den Fokus
Über 300 Teilnehmende aus Kulturinstitutionen, der Freien Szene, Verwaltung, Politik sowie zahlreiche Jugendliche kamen am 27. November 2025 zur zweiten Landeskulturkonferenz Rheinland-Pfalz im Alten Postlager Mainz zusammen. Kulturministerin Katharina Binz eröffnete die Konferenz und nahm anschließend an der Podiumsdiskussion „Kulturelle Teilhabe junger Menschen stärken – Perspektiven aus Politik, Praxis und Forschung“ teil.
Im Mittelpunkt der eintägigen Veranstaltung stand die Frage, wie die kulturelle Teilhabe junger Menschen verbessert und ihre Mitgestaltungsmöglichkeiten erweitert werden können.
„Kulturelle Teilhabe ist weit mehr als der Zugang zu Veranstaltungen, Theatern oder Museen. Sie ist eine Frage der Chancengerechtigkeit, der Demokratiebildung und der Persönlichkeitsentwicklung. Kinder und Jugendliche sollen Kultur nicht nur konsumieren, sie sollen sie selbst gestalten, prägen und verändern können. Die Konferenz hat gezeigt, wieviel Potenzial entsteht, wenn Kulturschaffende, Politik und junge Menschen gemeinsam neue Wege erarbeiten, kulturelle Räume öffnen und Kreativität zu fördern“, betonte Kulturministerin Binz.
Veranstaltet wurde die Konferenz vom Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration in enger Zusammenarbeit mit dem Landesjugendbeirat und Verbänden der Freien Szene. Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch die Ergebnisse der zweiten Landesjugendkulturbefragung vorgestellt, die in die Diskussionen bei den partizipativen Workshops und Panels einflossen.
„Junge Menschen in Rheinland-Pfalz wollen Kultur erleben, die zu ihrem Leben passt – spontan, offen, vielfältig, bezahlbar. Sie wünschen sich Räume ohne Konsumzwang, Orte der Begegnung, Pop-up-Locations, Festivals und kreative Workshops. Und sie wollen gehört werden – nicht erst, wenn alles entschieden ist. Wir verfolgen seit vielen Jahren eine eigenständige, nachhaltige Kulturpolitik, die kulturelle Teilhabe in der Fläche, in den Schulen, in Jugendzentren und in der Freien Szene stärkt. Trotz vieler Erfolge bleibt klar: Gerade junge Menschen in ländlichen Räumen, mit geringem Einkommen oder Migrationsgeschichte stoßen noch auf Barrieren. Als Vorsitzland der Kulturministerkonferenz werden wir das Thema ‚Kulturelle Teilhabe junger Menschen‘ deshalb auch bundesweit in den Mittelpunkt stellen“, so Kulturministerin Katharina Binz.
Im Zuge der Veranstaltung fand auch die Preisverleihung des Bundeswettbewerbs „Rauskommen! Der Jugendkunstschuleffekt“ statt. Der vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Wettbewerb wird vom Bundesverband der Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen e.V. (bjke) durchgeführt und zeichnet Projekte aus, die kulturelle Teilhabe junger Menschen in besonderer Weise ermöglichen. Das Kulturwerk Weißenseifen mit Waldjugendkunstschule erhält den 2. Platz für „Art moves“ aus Rheinland-Pfalz – ein besonderes Signal für die lebendige und qualitätsvolle Arbeit im Bereich kultureller Bildung im Land.
Einen weiteren inhaltlichen Akzent setzte die Keynote „Medien für junge Menschen. Warum Kultur und Identität wichtig für den Erfolg von funk“ von Philipp Schild, Programmgeschäftsführer von funk. Er zeigte auf, welche Rolle kulturelle Ausdrucksformen, Diversität und Identifikationsangebote für die Ansprache junger Zielgruppen spielen und wie öffentlich-rechtliche Medienformate junge Menschen dort erreichen können, wo sie sich im Alltag bewegen. Dabei machte Schild deutlich, dass kulturelle Teilhabe, Authentizität und Mitgestaltung zentrale Erfolgsfaktoren sind, um junge Menschen nachhaltig einzubinden und ihre Perspektiven sichtbar zu machen.
Ein zentraler Bestandteil der Landeskulturkonferenz waren die vielfältigen, partizipativen Workshops, in denen die Teilnehmenden konkrete Zugänge zu kultureller Teilhabe junger Menschen erprobten und diskutierten. Das Angebot reichte vom Workshop „Like-Share-Comment – der Social Media (Dance-)Floor als Theaterbühne“, in dem digitale Bewegungs- und Kommunikationsformen aus sozialen Medien tänzerisch in den analogen Raum übersetzt wurden, über das immersive „Silent Lab“ zum Thema Generationengerechtigkeit bis hin zu einem Panel zu digitalen Räumen als Kulturorten mit Praxisbeispielen der TINCON und der „Digitalen Welten“. Ergänzt wurde das Programm durch ein Netzwerk-Speeddating, das den fachlichen Austausch förderte und neue Kooperationen zwischen Kulturschaffenden, Institutionen und Initiativen anstieß.
Neben dem Fachprogramm durften sich die Teilnehmenden auch auf künstlerische Beiträge, etwa von dem Jugendclub „Theaterscouts“ des Chawwerusch Theaters oder über Songs von Anny Ogrezeanu freuen. Zudem stellten sich verschiedene Initiativen und Projekte rund um das Thema Teilhabe vor, u.a. das FSJ-Kultur, justmainz, der Landesjugendbeirat sowie der Zukunftsrat RLP. Die „HURRA! Jugendkunstschule“ der Kunsthalle Mainz lud zu einer Mitmachaktion ein.
Die Landeskulturkonferenz ist ein zentraler Baustein der Kulturentwicklungsplanung Rheinland-Pfalz. Die erste Ausgabe fand am 2. Oktober 2024 in Worms statt und widmete sich der Rolle von Kunst und Kultur in Zeiten des Klimawandels. Künftig sollen die Konferenzen jährlich stattfinden und mit wechselnden thematischen Schwerpunkten den Austausch innerhalb der Kulturszene weiter stärken.
Weiterführende Materialien zum Download:
Teilhabe junger Menschen von A-Z
Ergebnisse Jugend-Kultur-Befragung Landeskulturkonferenz RLP
Präsentation zur Keynote Philipp Schild



















