Der Schriftsteller Ilija Trojanow ist am Montag in sein Amt als neuer Mainzer Stadtschreiber eingeführt worden. Der 41-jährige Literat erhielt den mit 12 500 Euro dotierten Stadtschreiberpreis 2007 und wurde von Oberbürgermeister Jens Beutel, ZDF-Intendant Markus Schächter und Kulturdezernent Peter Krawietz im Amt begrüßt. Die Laudatio hielt der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger.
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Trojanow hat bereits die Stadtschreiberwohnung im Mainzer Gutenberg-Museum bezogen. "Man kann da schön arbeiten, es ist sehr ruhig", sagte der Autor der ddp-Nachrichtenagentur.
Der gebürtige Bulgare wird gemeinsam mit dem ZDF eine Dokumentation über sein Herkunftsland produzieren. Diese solle im November ausgestrahlt werden. Darüber hinaus seien Literatur-Projekte für Jugendliche, etwa Schreibwerkstätten an Schulen geplant.
Trojanow ist der 23. Träger des Preises. Er wurde 1965 in Sofia geboren und floh mit seinen Eltern 1971 nach Deutschland. Ab 1972 wuchs er in Kenia und München auf. Trojanow ist nach Libuse Moniková (1994) der zweite in deutscher Sprache schreibende Migrant, der den Mainzer Stadtschreiberpreis erhält. Er studierte in München Rechtswissenschaften und Ethnologie und gründete zwei Verlage.
Trojanow debütierte 1996 mit dem Roman "Die Welt ist groß und Rettung lauert überall". Der Schriftsteller verbrachte ab 1999 einige Jahre in Indien, was ihn zu mehreren Büchern inspirierte. Sein bisher größter Erfolg ist der Roman "Der Weltensammler" (2006), der mit dem Preis der Leipziger Buchmesse und mit einer Nominierung für den Deutschen Buchpreis geehrt wurde. Zuletzt lebte Trojanow in Kapstadt.
Quelle: www.rlp.de