Dr. Oliver Kornhoff wird neuer Leiter des Arp Museums Bahnhof Rolandseck. „Wir übertragen damit einem hochqualifizierten und ambitionierten jungen Mann die künstlerische Leitung des Hauses, das alle Chancen hat, sich in die Erste Liga der Kunstmuseen in Deutschland zu spielen“, sagte der rheinland-pfälzische Kulturstaatssekretär Professor Dr. Joachim Hofmann heute bei einer Pressekonferenz in Remagen-Rolandseck.
Eine spürbar bessere Finanzausstattung des Arp Museums Bahnhof Rolandseck durch das Land Rheinland-Pfalz und eine neue Betreiberstruktur sollen dazu beitragen, die ehrgeizige Zielsetzung realisieren zu können. Nach der am 02. Juli dieses Jahres vollzogenen Trennung von der Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp e.V. führt das Land Rheinland-Pfalz nun das im vergangenen Jahr eröffnete Arp Museum Bahnhof Rolandseck in alleiniger Verantwortung.
Nachdem der rheinland-pfälzische Ministerrat gestern Vormittag die neue „Landes-Stiftung Arp Museum Bahnhof Rolandseck“ errichtet hatte, konstituierte sich gestern Abend der fünfköpfige Vorstand.
Hofmann-Göttig teilte mit, dass der Ministerrat beschlossen hat, die Landesmittel für das Museum ab dem kommenden Jahr um 2 Millionen aufzustocken - Zustimmung des Landtags als dem Haushaltsgesetzgeber vorausgesetzt.
Inklusive des noch zu beschließenden Zuschusses der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur stelle damit das Land Rheinland-Pfalz dem Museum künftig rund 3,7 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. „Ich bin dem Ministerrat für diese Entscheidung sehr dankbar. Wir verschaffen dem Museum damit Handlungsspielraum, die ambitionierten Ziele zu erreichen“, kommentierte Hofmann-Göttig.
Zweck der neuen Landesstiftung, die an die Stelle der nunmehr aufgelösten bisherigen Stiftung Arp Museum Bahnhof Rolandseck trete, sei es, das Arp Museum Bahnhof Rolandseck auf einem internationalen Ansprüchen gerecht werdenden Niveau als Kulturzentrum und Stätte künstlerischer Begegnung zu betreiben und das Werk von Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp und ihres künstlerischen Umfelds sowie internationale Künstlerinnen und Künstler zu präsentieren und fördern.
„Entgegen anders lautender Einschätzungen ändern wir den Charakter des Hauses keineswegs. Wir haben nie ein monografisches Arp-Museum im Sinn gehabt, sondern stets eines, das Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp in Beziehung zu anderen Künstlerinnen und Künstlern setzt - renommierten wie solchen, die es noch zu entdecken gilt“, erklärte der Stiftungsvorsitzende. Er sei sicher, dass Kornhoff, der zum 1. Januar des kommenden Jahres die Nachfolge von Professor Dr. Klaus Gallwitz antrete, das Profil des Hauses weiter schärfe. „Wir haben ihn aus einer Reihe erstklassiger Kandidatinnen und Kandidaten ausgewählt, die wir gezielt angesprochen haben“, sagte Hofmann-Göttig.
Kornhoff, 1969 in Köln geboren, hat Kunstgeschichte, Geschichte und Klassische Archäologie in Köln, Florenz und zuletzt Freiburg studiert. Dort promovierte er auch über die Skulpturen der Brücke-Künstler Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel.
Kornhoff war zuletzt stellvertretender Leiter der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen, die als Museum für Kunst der Gegenwart und Klassischen Moderne jährlich bis zu acht Wechselausstellungen regionaler und internationaler Kunst organisiert und zeigt, u.a. die viel beachteten Gruppenausstellungen »China macht Druck. Zeitgenössische chinesische Druckgrafik« (2008), »Künstlerkolonie Worpswede. Ein Stück vom Himmel?« (2007), »Home Stories. Zwischen Dokumentation und Fiktion« (2006). Zuvor war er an der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden als Projektkoordinator verantwortlich für die große monografische Präsentation und internationale Tour »Marlene Dumas. Female« (2006) sowie »Das Heilige und der Leib. Schätze aus dem Nationalmuseum Warschau« (2005).