Bunbury - Ernst sein ist alles - 4. bis 6. März 2010

Eine triviale Komödie für ernsthafte Leute von Oscar Wilde

Eine triviale Komödie für ernsthafte Leute von Oscar Wilde

 

Das Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz 2009 hieß »Cool Britannia«, und so lag es nahe, eine englische Komödie, in deutscher Übersetzung, auf den Spielplan zu setzen. Einer der größten englischsprachigen Dramatiker ist zweifellos Oscar Wilde. Er wurde am 16. Oktober 1854 in Dublin geboren, im Februar 1895 gelang ihm als Dramatiker der Durchbruch mit Bunbury. Darin nahm er die snobistische, in Konventionen gefangene englische Gesellschaft am Ende des Viktorianischen Zeitalters aufs Korn - in der sehr auf Etikette geachtet ­wurde - außer wenn Geld auf dem Spiel stand. Der Schriftsteller sagte selbst von sich: »Ich bin durchaus nicht zynisch, ich habe nur meine Erfahrungen, was allerdings auf dasselbe hinauskommt.«

 

Zwei Freunde haben jeweils eine Person erfunden, um ihr Leben freier gestalten zu können: Algernon einen kranken Freund namens Bunbury auf dem Land und der auf dem Land lebende Dandy Jack einen leichtlebigen Bruder namens Ernst in London. Cecily, Jacks Mündel und Gwendolin, Algernons Cousine legen größten Wert auf den Namen Ernst und machen die Wahl ihrer Ehekandidaten davon abhängig.

 

Wildes witzigste und erfolgreichste Komödie lebt von den turbulenten Verwicklungen und vom Spiel um die Doppeldeutigkeiten der Namen und Personen. In einem Interview zu Bunbury, seinem letzten und zugleich geistreichsten Bühnenwerk, riet der exzentrische Dandy Oscar Wilde, dass »man alles Triviale mit großem Ernst und alles Ernste mit schrankenloser und kunstvoller Trivialität behandeln solle«. Kurz nach dem geglückten Aufführungsstart ­seiner Komödie erfuhr er die Grenzen des gesellschaftlich ­Erlaubten auf drastische Weise, als er im Frühjahr 1895 wegen homosexueller Neigungen zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Das Urteil ruinierte ihn gesellschaftlich wie finanziell und setzte seiner Karriere ein Ende. Verarmt, einsam und gesundheitlich angeschlagen starb er am 30. November 1900 in Paris. Erst neun Jahre nach seinem Tode wurde Bunbury neu inszeniert, ­heute zählt das Stück zu den Klassikern der englischen Komödie.

 

Für die Inszenierung zeichnet Harald Müller verantwortlich.

 

Eintrittskarten

Die Tickets kosten 16 € - ermäßigt für Schüler, Studenten und Menschen mit schwerer Behinderung 14 € - und können unter info@carl-zuckmayer.de oder das Bestellformular reserviert werden.

 

Veranstaltungsort

Showbühne Mainz

Große Bleiche 17

55116 Mainz

 

Quelle

www.carl-zuckmayer.de

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