Erneut ist der Sieger des Deutschen Buchpreises eine Siegerin: Julia Franck erhielt im Frankfurter Römer die Auszeichnung für ihren Roman "Die Mittagsfrau" (S. Fischer). Durchgesetzt hat sie sich gegen fünf weitere Finalisten.
In dem Roman erzählt Julia Franck vor dem Hintergrund zweier Weltkriege die verstörende Geschichte einer Frau, die ihren Sohn verlässt, ohne sich selbst zu finden. Das meiste sei frei erfunden, so die Autorin, die sich beim Schreiben dennoch von einer Begebenheit in ihrer Familie inspirieren ließ: Ihre Großmutter hatte ihren Vater 1945 auf einem Bahnsteig stehen lassen und ist nie wieder zurückgekehrt.
Nicht nur die Geschichte beeindruckte die Jury. "Das Buch überzeugt durch sprachliche Eindringlichkeit, erzählerische Kraft und psychologische Intensität. Ein Roman für lange Gespräche", so die Begründung der Jury-Mitglieder, die sich mit großer Mehrheit für die Berliner Autorin als Preisträgerin für den deutschsprachigen Roman des Jahres 2007 entschieden haben.
Mit ihrem Buch "Die Mittagsfrau" hat sich Julia Franck gegen fünf Mitfinalisten durchgesetzt. Nominiert waren neben der 37-jährigen Preisträgerin Thomas Glavinic (Das bin doch ich, Hanser), Michael Köhlmeier (Abendland, Hanser), Katja Lange-Müller (Böse Schafe, Kiepenheuer und Witsch), Martin Mosebach (Der Mond und das Mädchen, Hanser) und Thomas von Steinaecker (Wallner beginnt zu fliegen, FVA).
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