Für etwa 5,1 Mio. € wurde sie über mehrere Jahre bis ins Frühjahr 2012 hinein gründlich auf Vordermann gebracht und erstrahlt in neuem Glanz - ein Bauvorhaben, das seinesgleichen sucht. Nötig geworden war dies, nachdem 2008 Risse im Gemäuer entdeckt worden waren. «Es gab ernste statische Probleme», sagt Eigentümer Karl Graf von und zu Eltz-Kempenich. Ein Erker drohte gar abzukippen. Daraufhin wurden an manchen Stellen bis zu 20 Meter lange Anker aus Edelstahl eingezogen, alle Fachwerke erneuert - auch am berühmten Kempenicher Haus - und sechs von acht Dächern gedeckt.
Kein Wunder, möchte man sagen, ging doch die letzte größere Renovierung in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts über die Bühne.
Ziel der Arbeiten war es auch, die laufenden Kosten zu senken. So wurde das Gebäude gedämmt, und zwar auf eine historisch korrekte Art und Weise, wie es der Graf ausdrückt: Strohmatten wurden angebracht und mit Lehm beworfen. «Wir hoffen auf einen Effekt bei den Gaskosten», sagt er.
In Teilen der Burg wurden Wasserleitungen und Heizungen entfernt. Insgesamt hoffe er, die Betriebskosten von zuletzt bis zu 350.000 € pro Jahr auf 150.000 € zu senken.
Rund vier der insgesamt etwa 5,1 Mio. € für die Sanierung übernahm die öffentliche Hand - der Bund, das Land Rheinland-Pfalz sowie das Landesamt für Denkmalpflege. Allein 2 Mio. € kamen dabei aus dem Konjunkturprogramm II. 140.000 € schoss die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zu, den Rest zahlten die Besitzer.
Ohne die öffentlichen Gelder hätten sich die Arbeiten wohl mit Unterbrechungen 20 Jahre hingezogen, was letztlich teurer geworden wäre. «Es war eine Jahrhundertchance.»
Alles in allem wurde rund zweieinhalb Jahre an der Burg Eltz, die seit mehr als 850 Jahren in Familienbesitz ist, gewerkelt. Um Schäden künftig frühzeitig zu erkennen, soll die Anlage fortan jedes Jahr unter die Lupe genommen werden.
Die durchschnittlich rund 300.000 Besucher pro Jahr werden das mit Sicherheit auch tun - obwohl offiziell längst kein 500-Mark-Schein mehr im Umlauf ist
Die Burg ist von Anfang April bis Ende Oktober für Besucher geöffnet. Besichtigungszeiten sind von 9.30 bis 17.30 Uhr
Quelle: dpa