Drei Jahre nach einem verheerenden Brand hat Bundespräsident Horst Köhler die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar wiedereröffnet. Der Bund hat den Wiederaufbau des historischen Gebäudes mit 8,5 Millionen Euro gefördert.
In seiner Festrede unterstrich der Bundespräsident die Bedeutung der Anna-Amalia-Bibliothek für das nationale Kulturerbe. In Weimar schlage das kulturelle Herz Deutschlands. Für viele Menschen verkörpere gerade die Anna-Amalia-Bibliothek mit ihren einmaligen Beständen an alten Büchern, Handschriften, Noten und Landkarten die "geistige Heimat".
Der Brand der weltberühmten Bibliothek habe jeden schockiert, der sich auch nur ein bisschen für Kultur interessiere, sagte der Bundespräsident. Dies zeige auch die große Hilfs- und Spendenbereitschaft, für die sich Köhler ausdrücklich bedankte. Die Wiedereröffnung der Bibliothek sei - trotz der unwiederbringlichen Verluste - ein Freudentag für die Kulturnation Deutschland.
Dennoch bleibe viel zu tun. Die Anna-Amalia-Bibliothek brauche weiterhin Unterstützung, um den Wiederaufbau des Buchbestandes weiter voranzutreiben.
Köhler wies zudem auf generelle Missstände im deutschen Bibliothekswesen hin: Das öffentliche Bibliotheksnetz sei ausgedünnt, die Einrichtungen zum Teil schlecht ausgestattet. Eine Kurskorrektur sei hier dringend erforderlich.
Quelle: www.bundesregierung.de