Enzyklopädie einer fiktiven Welt

1939 erfindet der Schriftsteller Jorge Luis Borges eine fiktive Welt. In seiner Erzählung Tlön, Uqbar, Orbis Tertius entdeckt er in der Anglo-Amerikanischen Enzyklopädie einen Eintrag unter dem Titel Uqbar. In keinem anderen Nachschlagewerk findet sich das Uqbar genannte Land. Er spekuliert über den Ursprung dieses Lexikonartikels. Im Fortgang der Geschichte begegnen dem Erzähler immer mehr Artefakte aus Tlön und Orbis Tertius, am Ende wird die Erde zu Tlön. Der Leser erlebt, wie aus Realität Fiktion wird und wie Fiktion die reale Welt beeinflusst.

 

Dieser Text ist nach über 50 Jahren Auslöser und Inspiration für ein Buchkunstprojekt der Künstler Peter Malutzki und Ines von Ketelhodt. Innerhalb von 10 Jahren (1997 bis 2006) schufen sie die fünfzig Bände der Zweiten Enzyklopädie von Tlön.

 

Die Bände sind in einer Auflage von 40 nummerierten und signierten Exemplaren erschienen. Sie haben ein einheitliches Format von 12,5 x 20 cm, sind handgebunden und in der Regel fadengeheftet. Renommmierte Einrichtungen auf der ganzen Welt haben die Enzyklopädie in ihre Sammlung aufgenommen. Darunter die Bibliothèque nationale de France, Paris, die Harvard University, Fine Arts Library, Cambridge, Massachusetts, das Museum Meermanno, Den Haag und das Victoria & Albert Museum, National Art Library, London.

 

In Mainz sind alle 50 Bände in der Sonderausstellung "Die zweite Enzyklopädie von Tlön" des Gutenberg-Museums zu sehen.

 

weitere Informationen und Bilder zur Zweiten Enzyklopädie von Tlön

www.tloen-enzyklopaedie.de

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