Faust I / II - 6. Dezember 2009

Das Theater Trier leitete im Oktober die "stand.ort.suche.deuschland" im Rahmen des Spielplans mit einem ehrgeizigen Projekt ein. Beide Teile von Faust kommen an einem Abend komprimiert zur Aufführung, in der das gesamte Schauspielensemble mitwirkt. Bestandteil der Inszenierung, die auf die sprachliche Kraft des Werkes und szenischen Bilderreichtum setzt, ist eine multimediale Umsetzung mit eigens für diese Produktion in Auftrag gegebenen Videoanimationen.

Das Theater Trier leitete im Oktober die "stand.ort.suche.deuschland" im Rahmen des Spielplans mit einem ehrgeizigen Projekt ein. Beide Teile von Faust kommen an einem Abend komprimiert zur Aufführung, in der das gesamte Schauspielensemble mitwirkt. Bestandteil der Inszenierung, die auf die sprachliche Kraft des Werkes und szenischen Bilderreichtum setzt, ist eine multimediale Umsetzung mit eigens für diese Produktion in Auftrag gegebenen Videoanimationen.

 

Zerrissen in seinem philosophischen Erkenntnisdrang und dem Wunsch nach Weltaneignung, Liebe und Macht, lässt sich Faust auf eine von Mephistopheles initiierte Reise mit unbestimmtem Ziel ein. Als er auf Margarethe trifft und ihre spontane Zuneigung erwidert, gerät er in einen buchstäblichen Teufelskreis und stürzt sie ins Unglück. Dem Vergessen folgt die Fortsetzung seiner Expedition, die ihn jedoch in der "klassischen Walpurgisnacht" einmal mehr mit seinen innersten Sehnsüchten und verloren gegangenen Idealen konfrontiert. Der Vollkommenheit immer weiter entrückt, greift er schließlich zu einem letzten Mittel und beabsichtigt, ein neues Weltreich zu gründen. Doch seine Utopie mündet in Zynismus, Krieg und Zerstörung...

 

Goethes Faust I / II ist die Odyssee eines unentwegt Suchenden, der an die Grenzen seiner Möglichkeiten gelangen will und über diese hinaus. Sie erzählt zugleich von seinem wiederholten Scheitern und seinen Neuanfängen bis hin zum erkenntnisreichen, wenn auch tragischen Tod. Mit seiner Faust-Dichtung gestaltete Johann Wolfgang von Goethe einen großen deutschen Mythos zu einem Weltgedicht für das Theater um. Er war seiner Zeit gedanklich weit voraus: Denn vor dem Hintergrund vernichtender Weltkriege, den unüberschaubaren Ausmaßen der Genforschung sowie dem Dilemma derzeitiger Finanz- und Staatskrisen birgt Faust eine Fülle an (deutschen) Themen in sich, die aktueller nicht sein könnten.

 

Inszenierung Matthias Gehrt

Dramaturgie Peter Oppermann

Kostüme Claudia Casára

Choreographie Sven Grützmacher

 

Es spielen

Bruno Winzen, Sabine Brandauer, Jan Brunhoeber, Antje-Kristina Härle, Manfred-Paul Hänig, Hans-Peter Leu, Klaus-Michael Nix, Peter Singer, Michael Ophelders, Angelika Schmid, Hans-Peter Leu, Susanne Strach, Erika Charalambous, Paul Steinbach, Helge Gutbrod, Manfred-Paul Hänig, Tim Olrik Stöneberg, Reveriano Camil

 

Weitere Aufführungstermine

Dienstag, 15. Dezember und Samstag, 26. Dezember 2009.

 

Veranstaltungsort

Theater Trier, Großes Haus

54290 Trier

 

Foto

Antje Härle (Gretchen) © Friedemann Vetter

 

Quelle

www.theater-trier.de

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