Prall gefülltes Kinoprogramm lockt auch in den nächsten Tagen nach Mainz / Buntes Rahmenprogramm
„Bis auf den letzten Platz ausverkauft“, verkündete Sandra Blass von der Festivalleitung strahlend: Im Residenz-Kino startete FILMZ - Festival des deutschen Kinos am Dienstag fulminant und mit einem hohem Aufgebot an Filmemachern in seine neunte Ausgabe. „Wir finden es toll, der Eröffnungsfilm zu sein“, freute sich Frieder Wittich, Regisseur des Films „13 Semester“. Neben ihm hatten sich auch Jakob Claussen (Produzent), Oliver Ziegenbalg (Buch) und die beiden Hauptdarsteller Max Riemelt und Claudia Eisinger auf den Weg nach Mainz gemacht, um bei der Aufführung von „13 Semester“ dabei zu sein und sich den Fragen des Publikums zu stellen.
Der Film um den Stereotyp des partyfeiernden Langzeitstudenten ist bei FILMZ am Sonntagabend ein zweites Mal zu sehen. „Der Eröffnungsabend mit einem frischen, humorvollen und zugleich einfühlsamen Opener hat einen wunderbaren Vorgeschmack auf das Festival gegeben. Ich freue mich schon auf die weiteren Filme, das tolle Rahmenprogramm und natürlich den diesjährigen Ehrengast Mario Adorf“, resümierte Kulturdezernent Peter Krawietz nach dem Besuch der Auftaktveranstaltung.
Rennen um "Das Mainzer Rad"
Im Langfilmwettbewerb, bei dem die Zuschauer die Filme bewerten, laufen am Donnerstag die rabenschwarze Komödie „Diamantenhochzeit“ (2009) von Michael Kupczyk und „Keine Angst“ (2009) von Aelrun Goette. Norbert Baumgartens „Mensch Kotschie“ (2009) - ein liebevoller Blick auf die Kauzigkeiten des krisengeschüttelten, „stärkeren“ Geschlechts, Wolfgang Fischers Mystery-Thriller „Was Du nicht siehst“ (2009) und Olav F. Wehlings „Kronos“ (2008), der die Geschichte einer Familie erzählt, locken am Freitag ins CineStar. Am Samstag wird das Double-Feature „Im Anhang: Lebenslauf“ (2009) von Andrea Schorr und „Das große Glück sozusagen“ (2008) von Alexander Stecher gezeigt. Beide Filme haben in diesem Jahr bereits diverse Auszeichnungen erhalten und laufen im Langfilmwettbewerb mit.
Im Wettbewerb laufen am Samstag zudem „Parkour“ (2009) von Marc Rensing - ein Film über die gefährlichen Folgen krankhafter Eifersucht, Florian Eichingers „Bergfest“ (2008) - ein Drama in atemberaubender Bergkulisse, das mit einem Mikrobudget von 50.000 Euro an nur zehn Drehtagen produziert wurde und Luki Friedens psychologischer Thriller „Tausend Ozeane“ (2008). Der Film hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. den Berner Filmpreis 2008. Wie in den vergangenen Jahren wird jeder Film zweimal vorgeführt, so ist der bereits am Mittwoch gezeigte „Rimini“ (2008) von Peter Jaitz noch am Sonntag im CineStar zu sehen. Statt Werbung kann sich das Publikum auf abwechslungsreiche Vorfilme freuen. Welcher dieser insgesamt zwölf Filme das Rennen um den mit 1000 Euro dotierten und von der Landeshauptstadt Mainz gestifteten Publikumspreis „Das Mainzer Rad“ für sich entschieden hat, wird traditionell am Sonntagabend im Anschluss an den Kurzfilmwettbewerb im Residenz-Kino bekannt gegeben.
Rückblende mit Mario Adorf
In der Rückblende, die sich in diesem Jahr dem Werk Mario Adorfs widmet, werden sechs Filme gezeigt. Höhepunkt in dieser Sparte ist die Rückblende-Gala am Freitagabend im Residenz-Kino mit „Bomber und Paganini“ (1976) von Nikos Perakis, selbstverständlich in Anwesenheit des Stargastes Adorf.
Feste Bestandteile des Festivalprogramms sind auch 2009 die Dokureihe - in diesem Jahr unter dem Motto „Suchen, Finden, Sein - Identität 8x anders“, die Rhein-Main-Rolle, die in diesem Jahr im Capitol Kino gezeigt wird, und die Reihe „Lokale Lange“.
FILMZ für junge Kinogänger
Ein neuer Programmpunkt bei FILMZ sind die Schulkinovorstellungen im Cine-Star. Heute wird „Momo“ (1986) von Johannes Schaf gezeigt. Für Schüler ab der achten Klasse findet am Freitag um 11.00 Uhr eine Vorführung des Films „Gerdas Schweigen“ (2008) von Britta Wauer statt. Behutsam werden hier die Erinnerungen der KZ-Überlebenden Gerda erzählt.
Stummfilm mit Begleitmusik
Dass FILMZ nicht nur das Festival des deutschen Kinos, sondern auch des Austauschs zwischen Filmemachern und Publikum ist, wird auch in diesem Jahr wieder im Filmzirkel deutlich, der jeden Abend ab 19.00 Uhr in die Comodo-Lounge des CineStar lädt. Im Rahmenprogramm erwartet die FILMZ-Besucher zudem der Kurzfilm-Poetry-Slam im KUZ am heutigen Donnerstag ab 20.00 Uhr, eine Lesung mit Mario Adorf am Freitag um 15.00 Uhr im Ratssaal des Mainzer Rathauses, die FILMZ-Party am Samstag im KUZ, ein FILMZ-Gespräch mit Mario Adorf am Sonntag um 11.00 Uhr im Frankfurter Hof sowie die Drehbuchlesung im LOMO am gleichen Tag um 15.00 Uhr. Einer der vielen Höhepunkte ist sicherlich das Stummfilmkonzert am Samstagabend in der Altmünsterkirche. Carsten-Stephan Graf von Bothmer wird an der Kirchenorgel den Film „Die weiße Hölle vom Piz Palü“ von Arnold Fanck und G.W. Pabst live begleiten, zuvor stimmt das Mainzer Jazz-Duo „Zwei außer Rand und Band“ die Liebhaber des stummen Films auf den Galaabend ein.
Quelle: www.mainz.de