Die Stiftung Hambacher Schloss möchte die Auslastung des Hambacher Schlosses nachhaltig steigern. „Wir wollen hier wieder mehr Besucherinnen und Besucher haben und das Schloss zugleich als Veranstaltungs- und Tagungsort deutlicher noch als bislang profilieren“, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Kulturstaatssekretär Professor Dr. Joachim Hofmann-Göttig, heute bei einer Pressekonferenz auf dem Hambacher Schloss.
Derzeit wird die vielfach so genannte „Wiege der Demokratie“ in Deutschland umgebaut. Das Schloss soll ab November dieses Jahres seine Tore wieder öffnen - und dann wieder deutlich mehr Interesse auf sich ziehen als in den vergangenen Jahren.
Der Stiftungsvorstand ist zuversichtlich, dass dies gelingen kann. „Das Schloss wird sich nach dem Umbau in einem erstklassigen Zustand präsentieren“, sagte Hofmann-Göttig. Die Besucherinnen und Besucher erwarte ein barrierefrei zugängliches Schloss, das für sich genommen schon einzigartig sei und überdies mit einer neu konzipierten Dauerausstellung aufwarte. „Wir können dann unsere Exponate auf dem aktuellen Stand musealer Präsentationstechniken zeigen“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Insgesamt seien damit gute Voraussetzungen dafür gegeben, Schloss Hambach wieder deutlicher ins bundesweite Bewusstsein zu bringen.
Dazu solle auch eine neue Betriebsstruktur beitragen. Per öffentlicher Ausschreibung hatte die Stiftung Hambacher Schloss einen Betreiber gesucht, der künftig die Leitung und Verantwortung für ihre gewerblichen Aktivitäten übernimmt - also für die Gastronomie, das Veranstaltungsmanagement, den Museumsshop und Vermietungen.
Fünf Unternehmen mit einschlägigen Erfahrungen im Kulturbereich bewarben sich um diese Aufgabe, vier davon kamen in die engere Wahl. Der Vorstand der Stiftung entschied sich einstimmig für das von Arno Gattschau vorgeschlagene Konzept.
„Der Geschäftsführer der Schloss Engers Betriebs-GmbH, Arno Gattschau, hat uns mit seiner Erfolgsbilanz in Neuwied-Engers und seinen klaren und realistischen konzeptionellen Überlegung für das Hambacher Schloss überzeugt“, begründete Hofmann-Göttig die Entscheidung des Vorstands.
Seit 2002 leite Gattschau den Hotel-, Gastronomie- und Veranstaltungsbetrieb im Schloss Engers. Er habe den Brutto-Umsatz seiner dortigen Betriebs-GmbH von rund 518.000 Euro im Jahr 2002 auf 1,8 Millionen Euro im vergangenen Jahr gesteigert. Die Zahl der Vollarbeitsplätze sei in diesem Zeitraum von acht auf 38 gestiegen. „Gattschau kann ein Team führen und motivieren, er ist ideenreich und versteht was von Marketing“, fasste der Vorstandsvorsitzende die Vorzüge des Geschäftsführers des künftigen Betreibers, der Hambacher Schloss Betriebs-GmbH mit Sitz im Hambacher Schloss, zusammen.
Mit der Gründung der Hambacher Schloss-Betriebs GmbH werde der direkte Bezug zum Hambacher Schloss und die klare Abgrenzung der beiden wirtschaftlichen Bereiche deutlich gemacht, sagte Hofmann-Göttig.
Ziel sei es, das mit Veranstaltungen vielfältiger Art, Tagungen und Feierlichkeiten „wieder richtig was los ist auf dem Schloss“, so der Vorsitzende des Stiftungsvorstands. Die räumlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen dafür seien nach dem Umbau gegeben.
„Wir möchten aber auch für Besucherinnen und Besucher interessant werden, die einfach nur ein paar schöne Stunden in diesem wunderschönen Schloss verbringen und diese mit einem feinen Essen in herrlichem Ambiente krönen wollen“, sagte Hofmann-Göttig.
Letzteres werde durch einen Neubau ermöglicht, der ab dem Jahre 2010 für die Verwaltung und für gastronomische Zwecke zur Verfügung stehen soll.
Das gastronomische Angebot werde so gestaltet, dass Tagestouristinnen und -touristen ebenso wie Geschäftskunden und anspruchsvolle Genießerinnen und Genießer zufriedengestellt werden könnten.
Hinsichtlich des Weinausschanks gebe es eine klare Akzentuierung auf die Tropfen heimische Winzerinnen und Winzer. „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nahe“, sagte Hofmann-Göttig dazu.
Alle Verantwortlichen seien sich darüber im Klaren, dass die Neupositionierung des Hambacher Schlosses kein Selbstläufer sei. Die Besucherzahlen seien von rund 141.000 im Jahr 1982 auf rund 74.000 im Jahr 2005 - vor Beginn der Bauarbeiten - zurückgegangen. Vor diesem Hintergrund müsse man Geduld und einen langen Atem haben, um die Aufmerksamkeit ganz unterschiedlicher Zielgruppen auf eine historisch bedeutsame Stätte in neuem Gewand und mit neuen Nutzungsmöglichkeiten zu lenken.
„Aber diese Aufgabe ist jeden Schweißtropfen wert. Das gebietet alleine schon der Respekt vor der Bedeutung dieses bundesweit einzigartigen Erinnerungsortes“, kommentierte Hofmann-Göttig.
Zudem gelte es, den Schwung des Jubiläumsjahres 2007 mitzunehmen. „Da hatten wir in den nur fünf Monaten, in denen das Schloss geöffnet war, rund 82.000 Besucherinnen und Besucher“, sagte Hofmann-Göttig.