Rund 900 Jahre nach der Geburt Hildegards von Bingen ist die als Prophetin, Theologin, Ratgeberin, Heilkundige und Komponistin tätige Äbtissin der Klöster Rupertsberg und Eibingen bekannter denn je. Die Verehrung dieser außergewöhnlichen und charismatischen Frau reicht trotz der vielen Jahrhunderte, die uns von ihr trennen, längst über Deutschland und Europa hinaus.
Drei Wirkungsstätten stehen in besonderer Weise mit dem langen und ereignisreichen Leben Hildegards von Bingen in Beziehung: Das Kloster Disibodenberg, wo Hildegard von früher Jugend an in der Frauenklause lebte, lernte und schließlich auch ihren prophetischen Auftrag annahm; das von ihr gegründete Kloster Rupertsberg bei Bingen, jener Stadt, der sie ihren Beinamen verdankt, und wo sie den größten Teil ihres Werkes verfasste und schließlich das 1165 übernommene Tochterkloster in Eibingen oberhalb von Rüdesheim, dem sie ebenfalls als Äbtissin vorstand. Zu anderen Orten, wie Kirchheim-Bolanden, dem Kloster Eberbach oder Trier, stand Hildegard über ihre zahlreichen Briefe in Kontakt und auf ihren Reisen sah sie Bauwerke wie den Mainzer Dom oder die Kaiserpfalz Ingelheim, die noch heute erlebt werden können.
Stätten ihrer Verehrung zeugen davon, dass auch nach Hildegards Tod 1179 ihre Wirkung auf die Menschen nicht abbrach. Die Rochuskapelle in Bingen und die Pfarrkirche von Eibingen sind nur zwei Beispiele hierfür.
Zusammen bilden all diese Orte noch heute das “Land der Hildegard“: Hier ist es möglich, auf den Spuren einer der bedeutendsten Frauen des Mittelalters zu wandeln und sie abseits der modernen, manchmal auch unseriösen Vermarktung ihres Namens zu entdecken - inmitten jener einmaligen Kulturlandschaft zwischen Rhein und Nahe, die Hildegard von Bingen und ihr Werk so nachhaltig geprägt hat.
Für alle, die mehr über Leben und Werk der berühmten Äbtissin erfahren wollen, steht das Historische Museum am Strom in Bingen offen oder besuchen Sie die Internetseite
www.land-der-hildegard.de.