Kabarett im Mainzer forumtheater unterhaus

Ein Tag im Juli 2006. Die Nation liegt im Fieberwahn: Deutschland steht im WM-Finale. Gerhard Schröder ist noch im Amt, Joschka Fischer irgendwo unterwegs.

 

Seit einigen Wochen sind Autobahnen privatisiert. Das Mautsystem funktioniert, die "Mautschock-Depression" ist abgeschüttelt. Daimler hat sich von Chrysler getrennt, droht mit dem kompletten Exodus nach Ungarn, die Bundeswehr Afghanistan stabilisiert - die Mohnernte ist hervorragend ausgefallen.

 

ver.di erhält nach dem Staatsbankrott von Mecklenburg-Vorpommern die Rechte an den Spielkasinos des Landes. Die ersten deutschen Stadttheater werden nach ihrer Schließung von der UNESCO als Weltkulturerbe unter verschärften Denkmalschutz gestellt. Horst Mahler inszeniert in Bayreuth die "Götterdämmerung", die Regierung hat soeben "Hartz VI" gezündet, zur Eindämmung der Schwarzarbeit werden Baumärkte geschlossen.

 

Die Nation braucht ein Erfolgserlebnis. Die Historiker sind sich einig: Das "Wunder von Bern" war die Geburtsstunde der Republik. Das "Wunder von Berlin" könnte die wirtschaftliche Wiedergeburt bedeuten!

 

Matthias Deutschmann nutzt einen fußballfreien Tag, streift durch die deutsche Misere, durch "bürokratisierte Arbeitslosigkeit" und "Quotokratie", betreibt Mentalitätsforschung, entdeckt ein "Volk der Eskapisten", switcht elegant und eloquent von Thema zu Thema, landet bei der Rechtschreibreform und folgerichtig beim Abgesang auf die "deutsche Kulturnation".

 

Willkommen im "Staatstheater", zur deutschen Komödie und deutschen Tragödie, zu einem Stück aus dem Tollhaus. Mit seinem 11. Solo steuert Deutschmann auf sein 25jähriges Bühnenjubliläum zu, verzichtet auf das "Jubiläums-Best-Of", stürzt sich als melancholisch-verschmitzter Hofnarr im virtuosen Zickzackkurs, mit Galgenhumor und diabolischen Spreng-Sätzen, mitten ins politische Hick-Hack um den deutschen Weg in die Zukunft, beleuchtet mit souveräner Schärfe das Geschehen hinter den Kulissen des Staatstheaters, schlägt assoziativ-akrobatische Purzelbäume, zersägt von dissonanten Cello-Tönen, und fügt zusammen, was zusammen gehört.

 

Erfahren Sie die Details von Deutschmanns Zukunftsszenario am 26. Februar 2005 um 20 Uhr im

 

Mainzer forumtheater unterhaus

Münsterstr. 7

55116 Mainz

 

Außerdem inszeniert Matthias Deutschmann das Deutschland im Jahr 2006 vom 22. bis zum 25. Februar täglich im unterhaus. Karten (VVK 18 EUR) und weitere Informationen gibt es unter Telefon 06131-232120 sowie im Internet auf www.unterhaus-mainz.de.

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