Kultur in die Ganztagsschule

Soziokulturelle Zentren und kulturpädagogische Einrichtungen können zukünftig mit Ganztagsschulen enger zusammenarbeiten. Ein Kooperationsvertrag, der aktuell zwischen der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur & Kulturpädagogik Rheinland-Pfalz (LAG) und dem Bildungsministerium geschlossen wurde, macht dies möglich.

 

Die LAG verkörpert eine Vielzahl von Einrichtungen, die im außerschulischen Bereich Kreativangebote an Kinder und Jugendliche richtet. Hierbei reicht das Spektrum unter anderem vom Theaterspiel über Zirkus, Akrobatik, Neue Medien, Musik bis zur Bildenden Kunst. "Uns ist es wichtig, dass wir mit unserem Angebot auch Kinder erreichen, die mit der Kultur sonst nicht in Berührung kommen", so Lukas Nübling, Geschäftsführer der LAG.

 

Die Tuchfabrik (TUFA) in Trier, Mitglied der LAG, will Anfang 2008 eine Art Kulturagentur gründen und gezielt Künstler in Ganztagsschulen im Großraum Trier vermitteln. "Unsere Erfahrung zeigt, dass ein außerschulischer Kooperationspartner wie die TUFA bei den Schulen eine höhere Akzeptanz genießt und mehr Möglichkeiten hat, als der einzelne Künstler, der sich auch heute schon an die Schule wenden könnte", so Christina Biundo, Leiterin des Projekts in der TUFA. "Über unsere langjährige Erfahrung im Umgang mit kultureller Bildung für Schülerinnen und Schüler stehen wir bei den Schulen sozusagen als Garant dafür, dass die eingesetzten Künstler und Künstlerinnen neben ihren kreativen auch pädagogische Kompetenzen haben", führt Teneka Beckers, die Geschäftsführerin der TUFA, weiter aus. Ein Projekt von zahlreichen Beispielen, das für nachhaltige und begeistert aufgenommene Kulturarbeit mit Schulen steht, ist ein Projekt zur Vermittlung von Neuer Musik: Während der Ausstellungsdauer einer Klanginstallation des Klangkünstlers Bernd Bleffert in der TUFA erhielten rund 1.000 Schüler aus Trierer Grund- und Förderschulen die Möglichkeit, mit dem Künstler zusammen an sensitiven Führungen, Instrumentenbau-Workshops und Klangkonzerten teilzunehmen und selbst aktiv zu werden. Für die Kunstvermittlerin Christina Biundo war vor allem die Tatsache, dass einige Kinder auf Grund ihrer Erfahrung in den Workshops angefangen haben, selbst ein Instrument zu erlernen, ein Anlass zur Freude und letztendlich Initialzündung zur Idee der Kulturagentur, die jetzt realisiert wird.

 

Dass kulturelle Bildung ein unverzichtbarer Beitrag zur Entwicklung junger Menschen ist, ist mittlerweile unbestritten. So empfiehlt die Kultusministerkonferenz, Kinder und Jugendliche intensiver als bisher an Kultur heranzuführen. Kulturelle Bildung unterstützt die Persönlichkeitsentwicklung in vielfältiger Weise; sie vermittelt kognitive und nichtkognitive Kompetenzen, trägt zur emotionalen und sozialen Entwicklung und zu Integration in die Gemeinschaft bei.

Teilen

Zurück