Der Dialog und die Überwindung von Grenzen, aber natürlich auch Konflikte und Teilung stehen im Mittelpunkt vieler der ca. 250 Projekte aller Kultursparten, die wieder vom 1. Mai bis 3. Oktober im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz stattfinden. Das aktuelle Motto „Über Grenzen“ verspricht eine vielschichtige und spannende Auseinandersetzung mit dem Thema.
„Das Motto Über Grenzen ist ein sehr assoziatives Motto, das die Veranstalter im ganzen Land dazu angeregt hat, Grenzen in Geografie und Politik oder die Grenzen in den Köpfen genauer unter die Lupe zu nehmen, zu überwinden und auf vielfältige und kreative Weise künstlerisch umzusetzen“, so Kulturministerin Doris Ahnen, Vorstandsvorsitzende des Kultursommers, bei der Vorstellung des Jahresprogramms 2010. Eine der Überlegungen für dieses Motto sei auch das 20. Jahrhundert in Europa gewesen, seine Konflikte, die Folgen und der Weg zu einem neuen Europa und nicht zuletzt auch die Teilung des eigenen Landes und die deutsche Wiedervereinigung, so Ministerin Ahnen.
Dieses Thema wird gleich zu Beginn mehrfach aufgegriffen: unter anderem mit einem Beitrag zu 65 Jahren Kriegsende bei dem Kulturfest zur Eröffnung des Kultursommers vom 7. bis 9. Mai in Idar-Oberstein und bei der Ausstellung „Die Gedanken bleiben frei“ mit Werken von Tomi Ungerer in der KZ-Gedenkstätte Osthofen bei Worms, die am 10. Mai in Anwesenheit von Ministerpräsident Beck und dem Künstler eröffnet wird.
Migration und Integration, kulturelle und religiöse Identität sind weitere Schwerpunktthemen. Damit beschäftigen sich zwei Projekte im Frankfurter Hof in Mainz, so etwa die deutsch-türkischen Kultur- und Bildungstage wie auch anschließend Griechenland, das bis zum September im Mittelpunkt des Projektes „Odysseus des Nordens“ - 50 Jahre griechische Gastarbeiter in Deutschland stehen wird.
In Worms steht der musikalische Dialog der Religionen bei „Musica Sacra - Nacht der Religionen“ am 27. Mai im Vordergrund. Die mitwirkenden Künstlerinnen und Künstler kommen aus Lettland, Jordanien, Israel, Indien, Tibet, Dänemark und der Schweiz. Der Inselsommer in Ludwigshafen vom 9. bis 18. Juli hat wieder ein spannendes weltmusikalisches und soziokulturell geprägtes Programm entwickelt und auch die Weltmusik- Projekte Horizonte Ende Juli auf der Festung Ehrenbreitstein und „Musik in alten Dorfkirchen“ von Mai bis September im unteren Westerwald gehen wieder „Über Grenzen“. Im September findet dann das Festival grenzenlos kultur, eines der wichtigsten integrativen Kulturfestivals in Europa, wieder im KUZ Mainz statt.
Historische und aktuelle geografische Grenzen werden natürlich ebenfalls thematisiert und immer wieder überschritten. Das Eifel-Literaturfestival, das zusätzlich zu renommierten Autorinnen und Autoren wie Elke Heidenreich, Roger Willemsen, Rafik Schami oder Martin Suter auch Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller präsentiert, findet inzwischen ganz selbstverständlich sowohl in Rheinland-Pfalz als auch in Nordrhein-Westfalen statt.
Im Süden des Landes unterstützt der Kultursommer Rheinland-Pfalz die Zusammenarbeit der Regionen im Oberrheingebiet mit einem ersten Festival der freien Theater. Zu „Vis A Vis“sind im September Ensembles aus der Nordschweiz, dem Elsass, Baden und Rheinland-Pfalzin die Südpfalz nach Landau und Herxheim eingeladen.
Als „Motor für Innovation“ in der Kunst bezeichnet Ministerin Doris Ahnen die Grenzüberschreitungen. Entsprechend nehmen im aktuellen Kultursommer die sogenannten Cross-over-Projekte einen bedeutenden Platz ein. Bereits bei der Kultursommer-Eröffnung wird die Uraufführung „Die Schöpfung rockt“ präsentiert: Josef Haydns „Schöpfung“ erfährt eine ganz neue Interpretation. In den großen Musikfestivals im Rahmen des Kultursommers, wie„Palatia Jazz“ in der Pfalz und „Summer in the City“ in Mainz kann man ebenfalls live - anhand der Besten ihrer Zunft - erleben, wie sich die Musik derzeit weiterentwickelt. Im Juni ist es das in Deutschland einzigartige Festival „Mit Pauken & Trompeten“ der Mainzer Kammerspiele, das die Grenzen zwischen Musik und Theater aufhebt, und die Tuchfabrik in Trier wird mit dem dreiteiligen Mottoprojekt „Raus!“ von Juni bis September für Aufsehen sorgen. Eine weitere Uraufführung gibt es am Ende der Saison im Rahmen des Moselmusikfestivals: „Stimmenwelten - Himmelstimmen“ heißt das Motto-Chorprojekt, für das Bob Chilcott, einer der führenden Chormusikkomponisten der Welt und zwölf Jahre lang Mitglied der weltbekannten „King´s Singers“, ein Stück für den Kultursommer komponiert hat. Weitere Aufführungen gibt es in Speyer und in Bad Kreuznach.
Neben den zahlreichen Projekten zum Motto 2010 sind die kulturtouristischen Projekte ein Markenzeichen des Sommerprogramms. Die Trierer „Antikenfestspiele“ gehen nach der Unterbrechung 2009 mit einem neuen, spannenden Konzept an den Start. Aber auch andere Regionen haben ihr kulturelles Profil geschärft und bieten Erlesenes, so z.B. die Musikfestivals „Rhein Vokal“ und „Mittelrhein Musikmomente“, der „Westerwälder Bläsersommer“, der „Hildegard Herbst“ in und um Bingen und viele andere mehr.
Das Programm 2010 mit seinen ca. 250 Projekten wird bis Ende April im Internet, unter www.kultursommer.de veröffentlicht.
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