Biermösl Blosn präsentieren seit 1976 bayerische Folklore und Dialekt auf eine besondere subversive Art. Sie verbinden ursprüngliche bayerische Volksmusik mit bissigen satirisch - politischen Texten. 1982 lernten sie das bajuvarische Urgestein Gerhard Polt kennen, mit dem sie seitdem eng zusammenarbeiten.
Im vorletzten Jahr waren die drei Weller-Buam - der Hansi, der Michal und der Stofferl, kurz: die Biermösl Blosn - schon einmal in Rennerod. Und wie! Es war ein rauschender Erfolg, die Westerwaldhalle kochte. Damals hatten sie ihren Spezi Gerhard Polt dabei. Diesmal nicht. Was der Freude aber kaum Abbruch tun dürfte, denn diese Volksmusikanten der besonderen Art können durchaus auch ohne Schützenhilfe Furore machen.
Sie schreiben "in ihrer Vollkommenheit großartige, akribische" (sagte Gerhard Polt) Lieder über die bayerischen "Giganten (Strategen, Winkelzügler, Betonpflatscher und gemeine Wiesendandler)" (Polt).
Mit gemischtem Erfolg: Die Giganten lieben die Biermösl wegen ihrer Popularität, aber diese Liebe trennt sorgfältig zwischen ihrer Musik und den Texten. Drum erklingen die Biermösl im eigenen Sender eher instrumental - was, so wiederum Polt, "zeigt, wie gigantisch liberal diese Epoche ist". Dabei sind die drei weit mehr als "nur" begnadete Musiker.
Der Hansi zum Beispiel, bürgerlich Hans Well, hat Germanistik und Geschichte studiert und schreibt die Texte. Der Michal, Michael getauft, ist studierter Sozialpädagoge und für die Organisation verantwortlich. Nur der Stofferl, der eigentlich Christoph heißt, hat tatsächlich Musik studiert und war zwei Jahre Solotrompeter bei den Münchener Philharmonikern. Geballte Kompetenz also auf der ganzen Linie. Und ein Genuss, auch für bekennende Nicht-Bayern.
Ein urischer Liederabend am 15. April 2005 um 20 Uhr in der
Lasterbachhalle
56479 Elsoff-Mittelhofen
Karten (VVK 15 EUR (inkl. Gebühr), AK 17 EUR) gibt es beim Kulturverein Lasterbach unter Telefon 02664-999420.