Mamootot - 27. November 2009

Die Batsheva Dance Company zählt seit den frühen 90er Jahren zu den besten und begehrtesten Tanzensembles der Welt. Die 1964 von Martha Graham und Baroness Batsheva De Rothschild gegründete Compagnie wurde mit Ohad Naharin, der seit 1990 künstlerischer Leiter des Ensembles ist, zu einem Aushängeschild Israels.

Die Batsheva Dance Company zählt seit den frühen 90er Jahren zu den besten und begehrtesten Tanzensembles der Welt. Die 1964 von Martha Graham und Baroness Batsheva De Rothschild gegründete Compagnie wurde mit Ohad Naharin, der seit 1990 künstlerischer Leiter des Ensembles ist, zu einem Aushängeschild Israels.

 

Schon einmal hatte Naharin als junger Tänzer im Alter von 22 Jahren der Batsheva Dance Company angehört. Doch es zog ihn weiter, um in den USA mit Martha Graham zu arbeiten, er schrieb sich bei der Juilliard School ein und studierte außerdem bei Maurice Béjarts »Ballett des 20. Jahrhunderts«. Seine erste Choreographie entstand 1980, weitere folgten, die er für die Ohad Naharin Dance Company schuf, die Einladungen aus der ganzen Welt erhielt.

 

Auf die Frage, was ihm wichtig ist, antwortet Ohad Naharin: »Liebe.« Darüber hinaus Vergebung und die Freude an Bewegung, was für ihn gleichbedeutend ist mit dem Bestreben, über Grenzen hinaus zu gehen.

 

Gewaltige Gefühle

Mamootot ist das hebräische Wort für Mammut und gibt seiner Choreographie leitmotivisch eine gewaltige Ansammlung von Gefühlen vor. Neun Tänzerinnen und Tänzer stecken in groben, pastell-farbenen, abgeschnittenen Spielanzügen und ihre »mannequinesque« weiß geschminkten Gesichter heben sich umso mehr auf der grell ausgeleuchteten Bühne ab. Das klinische Licht-Design Avi Yona Buenos verwandelt die Tanzfläche geradezu in eine Art Operationssaal, in dem die psychischen Befindlichkeiten der grandiosen Tänzer erforscht zu werden scheinen. Sie nehmen den Raum mit dem Drill einer aufeinander eingespielten Truppe in Besitz und entfalten gleichzeitig ihre Individualität in verrückten Solos. Das Spektrum der Bewegung ist enorm und reicht von der cartoonartigen Parodie über lax gehandhabte Klassik bis zu einem locker eingesetzten zeitgenössischen Repertoire.

 

Wenn die Tänzer auch durch ihr Kostüm geradezu entmenschlicht werden, kommt ihre Körperlichkeit doch geradewegs aus dem Bauch heraus. Eine Tänzerin bewegt sich auf dem Rücken robbend durch den Raum, sie beugt und krümmt sich auf dem Weg wie eine umgedrehte Schnecke. Ein Tänzer tanzt sein Solo nackt und lässt jede Sehne seines Körpers sehen. Was die Batsheva Dance Company in Mamootot zeigt, ist pure Lebendigkeit, die nicht nur eindrucksvoll, sondern förmlich spürbar ist.

 

Mamootot kommt am 27. und 28 November 2009 zur Aufführung im Rahmen der Festspiele Ludwigshafen.

 

Veranstaltungsort

Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Berliner Straße 30

67059 Ludwigshafen am Rhein

 

Quelle

www.theater-im-pfalzbau.de

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