Museen in der Eifel bringen sich neu in Position

Das Mausefallenmuseum in Neroth (Kreis Vulkaneifel) hat viel Charme, ein Thema zum Schmunzeln und Museumsführer mit spannenden Geschichten. Aber schon ein paar Kilometer weiter in der nordrhein-westfälischen Nordeifel wissen nur Insider, dass Neroth und dieses Museum existieren.

Das Mausefallenmuseum in Neroth (Kreis Vulkaneifel) hat viel Charme, ein Thema zum Schmunzeln und Museumsführer mit spannenden Geschichten. Aber schon ein paar Kilometer weiter in der nordrhein-westfälischen Nordeifel wissen nur Insider, dass Neroth und dieses Museum existieren.

 

Es ist das typische Schicksal eines kleinen Museums in einem von 13 Regionen und vier Grenzen zerschnittenen Landstrich im Westen Deutschlands. Das Projekt "Eifelmuseen - Zukunft der Museen in der Eifel"soll nun die Angebote in der Region bekannter machen. Für das dreijährige Projekt stehen 400 000 Euro bereit.

 

Projektleiterin Sabine Philipp braucht viel Geduld und gute Nerven. Die Kunsthistorikerin ist professionelles Arbeiten in großen Häusern gewöhnt. Doch viele kleine Museen in der Eifel sind davon weit entfernt: Ein eigener Internet-Auftritt ist Luxus, selbst Computer sind keine Selbstverständlichkeit, und im Winter machen sie zu, weil da ohnehin niemand kommt. Für eine Info-Schrift musste Philipp unlängst erst mal einen Fotografen losschicken, weil es teilweise keine brauchbaren Bilder gab.

 

"Die Museen sagen, wir haben viele tolle Sachen. Aber sie verkaufen sie nicht", beschreibt sie das große Problem. Philipp spricht dabei nicht von den großen Häusern wie dem Freilichtmuseum Kommern oder dem Landesmuseum Trier. Es geht um die mittleren und kleinen Häuser, wie das Handwebmuseum in Bad Münstereifel-Rupperath oder das Heimatmuseum Speicher. Bisher gibt es nicht einmal einen Gesamtüberblick über die Angebote der rund 200 Museen.

 

Das Projekt "Eifelmuseen" setzt dort an. Der gleichnamige Verein hat 70 Mitglieder. 54 davon präsentieren in der Ausstellung "Eifelschätze" (24. Mai bis 1. Juni) «ihr bestes Stück» aus der jeweiligen Sammlung. Das ist der erste öffentliche Auftritt des Vereins und das Signal zur Veränderung. Die Ausstellung öffnet in Gerolstein, dem geografischen Mittelpunkt der Eifel. Zu dieser Ausstellung wird es auch zum ersten Mal eine Übersichtskarte mit den teilnehmenden Museen geben.

 

Die Projektarbeit geht noch weiter. "Einige Museen sind vom Aussterben bedroht. Kleine und mittlere Häuser haben Nachwuchsprobleme», beschreibt Philipp die Nöte hinter den Kulissen. Die Gemeinden winkten bei der Frage nach Übernahme ab. Es müssten Nachfolger gesucht werden, um die Werte zu erhalten. «Es ist das kulturelle Gedächtnis, was in den Museen gespeichert ist."

 

Wenn die ältere Generation aufhöre, drohe auch der Verlust von Spezialwissen. "Das Mausefallenmuseum in Neroth betreiben zwei ältere Herrschaften. Wenn die das nicht mehr machen, kann kaum noch jemand das Drahtflechten vorführen", nennt Philipp ein Beispiel.

 

Es gehe zudem um die Gründung von Netzwerken unter den Museen, um Austausch und praktische Hilfe, aber auch um Lobbyarbeit. Oft genug hat die Projektleiterin bei ihren Besuchen die Klage der Kleinen gehört: "Wir kriegen nie Geld. Immer nur die Großen." Kaum jemand von den kleinen Häusern weiß, wo Fördertöpfe stehen und wie man sie anzapfen kann.

 

Philipp ist klar, dass die Eifel nicht von heute auf morgen zusammenwachsen wird. Das zeigt die Entwicklung im Tourismus. Es dauerte eine kleine Ewigkeit bis die Regionen ein Buchungssystem für die ganze Eifel auf die Beine stellten.

 

Internet: www.eifelmuseen.de/info/index.php

 

Quelle: www.rlp.de

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