Rheinland-Pfalz verfügt heute über rd. 400 Museen. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich ihre Zahl damit fast verdoppelt - ein Hinweis auf das große Interesse am kulturellen Erbe des Landes.
In staatlicher Trägerschaft befinden sich die Landesmuseen Koblenz, Mainz und Trier, die organisatorisch als Direktionen in die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz eingebunden sind. Das Landesmuseum Koblenz auf der Festung Ehrenbreitstein hat mit seiner Sammlung zur Technik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Region als einziges Landesmuseum einen technischen Sammlungsschwerpunkt, ist aber mit der Ausstellung „Geborgene Schätze“ auch archäologisch ausgerichtet. Weiterhin profiliert sich das Landesmuseum Koblenz in den letzten Jahren zunehmend durch besucherorientierte Sonderausstellungen. Das Landesmuseum Mainz ist mit den Sammlungsschwerpunkten provinzialrömische Archäologie, Mittelalter und Barock, niederländische Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts, Höchster Porzellan, Jugendstilglas, Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts, Grafische Sammlung, Stadtgeschichte Mainz und Judaica altertümlich ausgerichtet. Das Rheinische Landesmuseum Trier mit dem Sammlungsschwerpunkt zur Geschichte des Trierer Landes von der Steinzeit bis zur Gegenwart ist eines der bedeutendsten archäologischen Museen Deutschlands.
Von überregionaler Bedeutung im Bereich der nichtstaatlichen Museen sind u.a. das Historische Museum der Pfalz in Speyer, das Rheinland-Pfälzische Freilichtmuseum Sobernheim und das Museum des Eiszeitalters Monrepos in Neuwied, die von Stiftungen getragen werden, das Technikmuseum Speyer in privater Trägerschaft und die größeren kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen in kommunaler Trägerschaft wie das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen, das Mittelrhein-Museum Koblenz, das Stadtmuseum im Simeonstift Trier, das Roentgen-Museum in Neuwied, das Museum im Andreasstift der Stadt Worms und die Pfalzgalerie des Bezirksverbandes Pfalz in Kaiserlautern, um nur einige Einrichtungen zu nennen.
Typisch für Rheinland-Pfalz ist die daneben bestehende große Zahl kleiner Spezialmuseen, die von engagierten Vereinen und Einzelpersonen aufgebaut wurden und getragen werden. So gibt es Motorrad- und Fahrradmuseen, Sammlungen zur Rundfunkgeschichte und zur Fototechnik, Museen, die sich dem Leben von Waldarbeitern, Schaustellern, Papiermachern, Steinhauern, Schustern oder der Herstellung von Mausefallen widmen. In einem Land, in dem einige der ältesten Zeugnisse menschlicher Kultur gefunden wurden und das 500 Jahre lang unter römischer Herrschaft stand, spielen natürlich archäologische Sammlungen eine zentrale Rolle.
Die Französische Revolution fegte die Herrschaft der zahlreichen Fürsten an Rhein und Mosel davon. Mit ihnen verlor das Land aber auch die fürstlichen Sammlungen, die andernorts den Grundstock der heutigen großen Landesmuseen bilden. Die Museumslandschaft Rheinland-Pfalz ist dagegen geprägt durch das bürgerschaftliche Engagement, das sich in den Museumsgründungen der Kunst- und Altertumsvereinen im 19. Jahrhundert artikulierte und von dem auch heute noch die Museen leben, wie die zahlreichen Fördervereine belegen.
Eine ausführliche Übersicht über die Museumslandschaft bietet die Website www.museen.rlp.de.