Die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Landesarchäologie Koblenz, ist bei archäologischen Untersuchungen einer eiszeitlichen Kraterfüllung des „Schweinskopfes“, eines Vulkankegels der Osteifel bei Bassenheim im Kreis Mayen-Koblenz auf Siedlungsreste des frühen Neandertalers gestoßen.
Bekannt wurde die Region mit ihren Vulkankegeln durch den Fund eines Schädels des frühen Neandertalers im benachbarten Ochtendung 1997. Mit einem Alter von fast 170.000 Jahren zählt dieser Neandertalerschädel mit zu den ältesten Vertretern der ausgestorbenen Vormenschenart.
Bei den jetzigen Untersuchungen, unweit der damaligen Fundstelle wurden Steinwerkzeuge und zahlreiche Tierknochen, darunter Reste von Jagdbeuten, gefunden. Die Stücke stammen aus der Zeit vor 200.000 Jahren.
Dr. Dr. Axel von Berg, Leiter der Außenstelle Koblenz der Landesarchäologie bemerkt: „Wir haben hauptsächlich Knochen des wollhaarigen Nashorns entdeckt, teils mit Spuren der Zerlegung und Verwertung, was belegt, dass der frühe Neandertaler in den kaltzeitlichen Steppen der Osteifel zu über 90% Jagd auf Nashörner gemacht hat. Von den hochgelegenen Kraterrändern aus konnte der frühe Mensch Wildtiere beobachten und gezielt in der Steppe jagen. Die fleischhaltigen Teile der erlegten Großtiere wurden dann in die Kratermulde geschleppt und in der dort angelegten Jagdstation verwertet. Die Kratermulden boten den Menschen der vorletzten Kaltzeit durch ihre rundum geschlossene Hohlform auch besten Schutz vor extremen Witterungseinflüssen“. Auch Knochen von Elefanten und Wildpferden und Reste zeltartiger Behausungen wurden bei den Grabungen entdeckt. Durch die Lage der Funde in den allseitig geschlossenen Kraterkesseln blieben diese bis heute hervorragend erhalten.