Obergermanisch-Raetischer Limes

Am 04. Dezember überreichte Ministerpräsident Kurt Beck dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Hönningen und dem Ortsbürgermeister von Rheinbrohl den Bewilligungsbescheid der Landesregierung in Höhe von rund einer Million Euro für das am "Caput limitis" geplante Limes-Informations-Zentrum.

 

Im Juli diesen Jahres hatte das Welterbe-Komitee der UNESCO auf seiner Sitzung im südafrikanischen Durban den "Obergermanisch-Raetischen Limes" in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen: Als 31. Welterbestätte der Bundesrepublik Deutschland, zugleich aber auch als - nach der Hadriansmauer in England - zweiten Teil eines Nationen übergreifenden Denkmals "Grenzen des römischen Weltreichs, das einmal Spuren des Imperium Romanum in drei Kontinenten - Europa, Vorderasien, Nordafrika - umfassen soll.

 

Voraus gingen fünf Jahre Vorbereitungen in den beteiligten Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz, die von der eigens gegründeten "Deutsche Limeskommission" koordiniert wurden. Das neue Welterbe umfasst die äußere Limeslinie, also die Grenze, die zwischen ca. 100 und 260 n. Chr. die weiteste Ausdehnung der beiden antiken römischen Provinzen Obergermanien und Raetien markierte. Die rund 550 km langen Grenzanlagen zwischen Rhein und Donau bilden zusammengenommen das größte und archäologische Einzeldenkmal Europas. Gegenstand des eingetragenen Welterbes sind heute noch erkennbaren Reste von Wall, Graben und (in Rätien) Grenzmauer, die Ruinen der einstmals rund 900 Wachtürme und Kleinkastelle sowie die Überreste zahlreicher Kastelle von Kohorten (Fußsoldaten) und Alen (Reiter).

 

Mit der Eintragung als Welterbe hat sich auch Rheinland-Pfalz verpflichtet, die archäologischen Denkmäler am Limes zu schützen, zu erhalten und den interessierten Besuchern noch besser zu präsentieren. Dazu dient auch das geplante "Limes-Informationszentrum" am "Caput Limitis", dem Limesbeginn, in Rheinbrohl.

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