Römer - Wein & Amphoren

auch heute noch ein Thema mit vielen Fragezeichen...

 

Die Vigilia Romana Vindriacum hat ein archäologisch interessantes Experiment ins Leben gerufen. Der Startschuss fiel am 20 November 2006 im Archäologiepark Belginum in Morbach / Wederath. Das Experiment soll und wird neue Erkenntnisse über Transport und Lagerung von Wein bringen, einst - und auch heute ein wichtiges Lebens- und Genussmittel.

 

Amphoren dienten in der Antike als Transportmittel für mannigfaltige Produkte, außerdem dienten sie als Vorrats- und Frischhaltebehälter. Leider wissen wir heute nicht mehr, wie gut die "Einmachgläser der Antike" ihre Aufgabe erfüllten - ging ein Teil des Weines, bedingt durch die natürliche Porosität des Werkstoffes Ton verloren? Was war mit dem Geschmack, Alkoholgehalt und der Farbe, gab es dort Veränderungen?

 

Diese Frgen waren der Grund für den Start eines einmaligen Experimentes, welches der Verein für rekonstruktive Geschichte e.V. VIGILIA ROMANA VINDRIACUM (54487 Wintrich an der Mosel) zusammen mit dem Archäologiepark Belginum in Morbach/ Wederath in Angriff genommen hat.

Am Anfang standen intensive Recherchen über Konstruktion, Größe und Materialbeschaffenheit dieser Amphoren und der Beschluss 2 Stück aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert originalgetreu zu rekonstruieren.

Joachim Rech, Keramikermeister an den Fachschulen für Keramik in Höhr-Grenzhausen, nahm die Herausforderung an und begann im November 2006 mit der genauen Untersuchung der Beschaffenheit und der Maße.

Amphoren in der Ausstellung des Museums BELGINUM dienten als Vorlage. Es sollen nicht einfach nur Amphoren gefertigt werden, sondern sorgfältigste Kopien vorhandener Originale. Selbst damalige Unebenheiten die man heute als charakterisierende Feinheiten bezeichnen würde, sollen mit eingearbeitet werden.

 

Im Experiment wird versucht alles so nah wie möglich an die antiken Gegebenheiten anzupassen. Dies gilt auch für den im Experiment verwendeten Wein.

 

Um den strengen Kriterien eines eigens für das Experiment erarbeiteten Maßnahmenkatalogs Rechnung zu tragen, wurden mehrere Archäologen zur fachlichen Unterstützung sowie zu intensiven Beratungsgesprächen hinzugezogen. Die Essenz aus 4 Jahren Recherche durch den Verein über die ausgewählten Amphoren Typen und ihre Ursprünge dienten als Arbeitsgrundlage.

 

Die Zeitschiene zur Übersicht:

 

20. November 2006:

Bestandsaufnahme in BELGINUM - Morbach/ Wederath; Ausarbeitung erster Materialproben durch Joachim Rech.

 

Februar 2006:

Erstellung und Brand von ersten Versuchsmustern.

 

Ende März 2007:

Geplante Fertigstellung der Amphoren.

 

Samstag, 21. Juli 2007: 13.00 Uhr:

Befüllung mit Wein im Weingut Romanushof Wintrich durch Winzer Dipl. Ing. Roman Auler, Sponsor von 100 Liter ausgesuchtem Wein. Die Prozedur erfolgt unter kritischen Augen von Archäologen und Weinkennern. Verschließen und versiegeln der Amphoren nach antikem Vorbild.

 

Sonntag 23.September 2007, 11.00 Uhr Archäologiepark Belginum:

Eröffnung einer neuen Ausstellung im Rahmen "Strasse der Römer " Spätantike im ländlichen Raum.

Öffnung der Amphoren nach 9 Wochen Lagerzeit, Verkosten des Weines vor Publikum nach streng wissenschaftlichen Maßstäben, und einer speziell erarbeiteten Agenda.

 

Es ist ein Experiment und wie bei allen Experimenten bleibt ein Restrisiko, es kann zu unerwarteten Überraschungen kommen. Doch selbst dann kann noch eine positive wissenschaftliche Erfahrung daraus gezogen werden. Diese werden dem Verein dazu dienen, das Experiment unter veränderten Bedingungen zu wiederholen.

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