Siehdichum - Autorenlesung mit Anne Dorn

Anne Dorn stellt am Donnerstag, den 4. September 2008 um 19 Uhr ihren Roman "Siehdichum" im Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz in Koblenz vor. Der Eintritt ist frei.

Anne Dorn stellt am Donnerstag, den 4. September 2008 um 19 Uhr ihren Roman "Siehdichum" im Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz in Koblenz vor. Der Eintritt ist frei.

 

Das Landesbibliothekszentrum lädt ein, mit der Protagonistin Martha Lenders einen Blick rundum zu wagen: in die Vergangenheit, die Gegenwart und die erhoffte Zukunft. Die in Sachsen aufgewachsene Martha lebt heute in Koblenz und da ist etwas, was sie veranlasst, sich aus ihrem Alltag zu lösen und ostwärts zu reisen: das Walddorf Siehdichum. Dort, in den dereinst niederschlesischen, heute polnischen Wäldern verschwand am Ende des Zweiten Weltkrieges Marthas jüngerer Bruder. Die Suche nach seinen Spuren beginnt spät, Marthas Leben ist geprägt von den Ereignissen des 20. Jahrhunderts.

 

Auf ihrer Reise durch Polen werden ein Historiker aus Warschau, ein Filmemacher aus Posen und ein polnische Studentin zu Marthas Helfern und sie erfährt, dass für polnische Menschen ein Unterschied zwischen den Begriffen "Deutsche" und "Preußen" besteht. Das Gesicht ihres Wohnortes Koblenz ist wesentlich von der Anwesenheit der Preußen in den Rheinlanden geprägt und zum ersten Mal fühlt und akzeptiert Martha ihre Zugehörigkeit zu ihrem heutigen Zuhause. War es nicht so, dass Prinz Wilhelm von Preußen als Generalgouverneur der Rheinlande mit der ungeliebten Gattin Augusta in Koblenz residierte, seine Liebe aber der schlesisch-polnischen Prinzessin Elise von Ratziwill galt? Und haben sich Marthas Kinder und Enkel nicht mit Menschen aus den unterschiedlichsten Gegenden der Bundesrepublik und anderen, europäischen Ländern verbunden?

Was die Protagonistin in Anne Dorns Roman erlebt und den Lesern vermittelt, ist das Verwobensein ihres Lebens mit der Landschaft und das gerade in diesen Landschaften erlittene, menschliche Leid. Vom verschwundenen Bruder findet Martha Lenders nichts, aber sie erlebt, dass es noch immer so etwas wie Brüderlichkeit auch zwischen den unterschiedlichsten Menschen gibt.

 

Zur Person: Anne Dorn wurde 1925 in Wachau bei Dresden als Anna Christa Schlegel geboren. Nach dem Besuch des Realgymnasiums folgte eine Lehre bei einer Dresdner Tageszeitung sowie Abendunterricht an der Kunstgewerbe-akademie Dresden. Sie arbeitete als Kostümbildnerin am Lippischen Landes-theater und an verschiedenen Freilichtbühnen am Niederrhein. 1969 zog sie als freie Schriftstellerin nach Köln, wo sie auch heute lebt. Neben Romanen, Novellen und Schauspielen schrieb Anne Dorn Hörspiele und arbeitete für das Fernsehen. Im November 2007 erhielt sie die Kester-Haeusler-Ehrengabe der Deutschen Schiller-Stiftung.

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