Wer Koblenzer ist oder seinen Urlaub in Koblenz verbringt und sich für die jüngere Geschichte der Region interessiert, sollte sich die Spezialführung "Festungsschicksale" immer sonntags um 13.00 Uhr und um 14.00 Uhr nicht entgehen lassen.
Die Nachkriegszeit hatte mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. Im ganzen Land hatte der Krieg schätzungsweise 228.000 Wohnungen zerstört und auch Koblenz lag zu großen Teilen in Trümmern. Besonders diese akute Wohnungsnot zwang Familien oft zur Suche nach eher unkonventionellen Lösungen.
Exemplarisch wird hier das Schicksal der Familie Suderland aus Koblenz aufgegriffen, die, wie viele andere Einheimische, Vertriebene und Heimatlose für geraume Zeit ein neues Zuhause auf der Festung Ehrenbreitstein fand. Herr Suderland, der als Kriegsgefangener aus der Haft entlassen wurde und seine frisch angetraute Frau richten sich nach mehreren Umzügen innerhalb der Festung in einigen Räumen des sog. Ravelins eine gemütliche Bleibe ein. Diese ehemaligen Wohnungsräume wurden in den letzten Jahren mit viel Liebe zum Detail wieder hergerichtet und bilden den Kern der Ausstellung "Festungsschicksale", die im Rahmen der Feierlichkeiten "60 Jahre Rheinland-Pfalz" in diesem Jahr eröffnet wurde.
Nutzen Sie an den kommenden Sonntagen um 13.00 Uhr und um 14.00 Uhr die Möglichkeit, sich über den Alltag und Wohnsituation der frühen 1950er Jahre zu informieren. Die Spezialführung "Festungsschicksale" beginnt beim Besucherdienst/ Contregarde links und führt durch die Wohnung Suderland und auf das Festungsdach. Außerdem können die zum Teil noch erhaltenen Toiletten und Duschen besichtigt werden. Ein Besuch der Ungarnkapelle und dem dortigen Graffiti-Raum komplettiert dieses spannende Erlebnis.
Die 45 Minuten dauernde Spezialführung "Festungsschicksale" findet bis Ende September jeweils um 13.00 Uhr und um 14.00 Uhr statt. Aufgrund des regen Interesses sind Anmeldungen beim Besucherdienst (Tel. 0261/6675-4000) erforderlich. Die Führungen kosten den Festungseintritt (Festung einfach) + 2,10 EUR pro Person.
Weitere Informationen unter:
Generaldirektion Kulturelles Erbe
- Besucherdienst -
Tel: 0261 / 6675-4000
Fax: 0261 / 6675-4444
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