Unter der Schirmherrschaft von Leonard Orban, EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit, organisiert das Goethe-Institut das Projekt "Sprachen ohne Grenzen". In dem auf zwei Jahre angelegten Großprojekt beleuchten Wettbewerbe, Konferenzen, Literaturfestivals sowie Dokumentationen, Performance- und Multimedia-Projekte das Thema Mehrsprachigkeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Auf Initiative des Präsidenten des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann übernimmt Leonard Orban, EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit, die Schirmherrschaft für das Projekt "Sprachen ohne Grenzen". Das Projekt setzt sich mit dem Mehrwert von Mehrsprachigkeit in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft auseinander und will zeigen, dass gelebte und geförderte Mehrsprachigkeit eine Voraussetzung für den interkulturellen Dialog, die kulturelle Vielfalt und damit auch für ein Zusammenwachsen Europas ist.
Bereits 2007 hatte Orban gemeinsam mit dem Präsidenten der Europäischen Kommission José Manuel Barroso eine Expertengruppe ins Leben gerufen, die den Beitrag der Mehrsprachigkeit zum interkulturellen Dialog und zum gegenseitigen Verständnis der Bürger in der EU untersuchen sollte. Zu der Beratergruppe gehörten Persönlichkeiten aus den Bereichen Kultur und Sprache, darunter der spanische Schriftsteller Jorge Semprun und die damalige Präsidentin des Goethe-Instituts Jutta Limbach. Im vergangenen April eröffnete Leonard Orban die Konferenz "Immigrant Literature - Writing in Adopted Languages", die vom Goethe-Institut und EUNIC Brüssel veranstaltet wurde. Ein Schwerpunkt der Lesungen und Diskussionen lag auf der Bedeutung der "Migrationsliteratur" für den interkulturellen Dialog.
Im Mittelpunkt von "Sprachen ohne Grenzen" stehen Fragen nach der Bedeutung und dem Nutzen von Mehrsprachigkeit für das politische und kulturelle Leben. Daneben sind Themen wie Mehrsprachigkeit als Teil kultureller Identität, als erlebte Realität in Schule, Familie und Beruf sowie das Potenzial einer eingewanderten Sprachenvielfalt Facetten des Projektes, das von Wissenschaftlern und Kulturvermittlern begleitet wird. "Sprachen ohne Grenzen" ist in die Themenkomplexe "Mehrsprachigkeitspolitik", "Mehrsprachigkeitsdidaktik" und "Mehrsprachigkeit und Künste" unterteilt. Einzelne Projekte an den Goethe-Instituten in aller Welt werden die Themen jeweils auch aus regionalen Perspektiven untersuchen.
Mit "Sprachen ohne Grenzen" führt das Goethe-Institut seine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Sprache fort: Bereits 2006 und 2007 hatte es mit dem internationalen Projekt "Die Macht der Sprache" aktuelle Fragen zur Rolle und Bedeutung von Sprache in einer globalisieren Welt in den öffentlichen Diskurs gestellt. Zum Abschluss des Gesamtprojektes führt im Herbst 2009 ein Festival die Ergebnisse und Impulse der weltweiten Projekte von "Sprachen ohne Grenzen" in Berlin zusammen.
"Sprachen ohne Grenzen" ist ein Projekt des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und weiteren Partnern.
Quelle: Kulturportal Deutschland