Tag der Architektur 2009 - 27. und 28. Juni 2009

Zum fünfzehnten Mal will der Tag der Architektur den Blick auf das lenken, was ohnehin nicht zu übersehen ist: Das zeitgenössische Bauen. Ob Wohnhäuser, Büros, Industriebauten oder Schulen - in diesem Jahr fordert das bundesweite Motto „Zeichen setzen!“. Zur Diskussion gestellt und zur Besichtigung freigegeben werden ganz unterschiedliche Objekte der Architektur, der Innenarchitektur, der Landschaftsarchitektur und der Stadtplanung. Architekten, ihre Bauherren und diejenigen, die in den Objekten leben, arbeiten oder sich begegnen, stehen Rede und Antwort. Der Tag der Architektur findet traditionell am letzten Juniwochenende statt, also in diesem Jahr am 27. und 28. Juni.

 

Über 700 Objekte wurden 2008 von mehr als 143.000 Besucherinnen und Besuchern besichtigt. 2009 rechnen die Architektenkammern der Länder und die Bundesarchitektenkammer als Veranstalter mit ähnlich großem Interesse, wenn es wieder gilt, den Blick hinter die Fassaden zu wagen. Neben den Bauten selbst lockt ein vielfältiges, regional ganz unterschiedliches Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Filmen, Vorträgen und Bürobesichtigungen.

 

Auftaktveranstaltung im Hambacher Schloss

Das diesjährige Motto „Zeichen setzen!“ spielt auf den Ort der Bundesauftaktveranstaltung an. Sie findet am 27. Juni im neu gestalteten Festsaal des Hambacher Schlosses im rheinland-pfälzischen Neustadt an der Weinstraße statt. Gleichzeitig ist es, so der Präsident der Bundesarchitektenkammer Arno Schmid und sein rheinland-pfälzischer Kollege Stefan Musil unisono „eine wichtige Aufgabe von Architektur und Baukultur Identifikationszeichen im öffentlichen Raum und für das demokratische Gemeinwesen zu schaffen.“ Die richtige Balance zwischen einer solchen Zeichenhaftigkeit und der Einbindung in den baulichen Kontext zu finden, ist eine der Grundfragen von Baukultur. Nicht nur in den bekannten Diskussionen um Rekonstruktion, Originalität und zeitgenössische Architektur scheint sie immer wieder auf.

 

Der Austragungsort des Bundesauftaktes reagiert auch auf die 2009 anstehenden Jubiläen von der Gründung der Weimarer Republik über die Verkündung des Grundgesetzes und der Konstituierung des Deutschen Bundestages bis hin zum Mauerfall. Als Wiege der Demokratie und Kulminationspunkt des demokratischen Aufbruchs in Deutschland wurden das Schloss und das nach ihm benannte Hambacher Fest vom Mai 1832 bekannt. Vor 177 Jahren haben mehr als 30.000 Menschen aus allen Bevölkerungsschichten mit ihrem Marsch zur Schlossruine bürgerliche Freiheiten, Demokratie, die Einheit Deutschlands und eine Neuordnung Europas gefordert. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der romantisierende Wiederaufbau der Ruine von August von Voit unter dem bayerischen König Maximilian II. begonnen, durch die Revolutionsjahre 1848/49 aber für mehr als ein Jahrhundert unterbrochen. Erst zum 150jährigen Jubiläum des Hambacher Festes folgte in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch den Architekten Professor Horst Römer eine fast vollständige Restaurierung. Seit dieser Zeit wird das Hambacher Schloss mit seiner Dauerausstellung zur Demokratiebewegung in Deutschland als Veranstaltungshaus genutzt.

 

Der Schweizer Architekt Max Dudler mit Büros in Berlin, Frankfurt und Zürich arbeitet seit 2006 am Schloss: Fertig gestellt sind die Umgestaltung des Inneren mit Fest- und Siebenpfeiffersaal, der Behinderten gerechte Zugang und die Neukonzeption der Dauerausstellung. Im Umfeld des Schlosses entstehen nun noch ein Empfangs- und Informationszentrum mit Veranstaltungsräumen sowie eine neue Gastronomie - www.hambacher-schloss.de

 

Veranstaltungsort

Hambacher Schloss

67434 Neustadt an der Weinstraße

 

Bild: Beispielprojekt Rheinland-Pfalz: Regionale Schule Pellenz in Plaidt

 

Quelle:

www.tag-der-architektur.de

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