Tartuffe hat sich durch Vortäuschung eines frommen Lebenswandels in das Haus eines wohlhabenden Bürgers eingeschlichen. Der Gastgeber Orgon und dessen Mutter Madame Pernelle sind ihm völlig hörig und verehren ihn wie einen Götzen. Die übrigen Hausgenossen - Frau Elmire, die Tochter Marianne sowie die Zofe Dorine durchschauen Tartuffe von Anfang an. Sie sehen in ihm einen betrügerischen Scheinheiligen, der nur auf den Besitz und das Geld Orgons aus ist. Unterstützt von Cléante, dem Schwager Orgons, wollen sie dem verblendeten Hausherrn die Augen öffnen, doch je mehr sie versuchen die Scheinheiligkeit Tartuffes aufzudecken, desto trotziger bekennt sich Orgon zu seinem frömmelnden Gast...
Betrug, Verrat und Scheinheiligkeit - das sind die Themen des "Tartuffe". Dies sind auch die Themen unserer Zeit. Politik und Medien und auch die alltägliche Begegnung von Mensch zu Mensch sind geprägt von Betrug und Scheinheiligkeit. Und eines kommt hinzu: die Leichtgläubigkeit. Die alltäglichen Mechanismen des Betrugs funktionieren nur, wenn es genügend Menschen gibt, die leichtgläubig sind. Die, die es besser wissen, erscheinen dann oft als Nörgler und Pessimisten.
Tartuffe wird trickreich entlarvt. Dass es aber nicht besserwisserische Nörgelei ist, sondern ein waches kritisches Bewusstsein, das die Werte echter Menschlichkeit in sich bewahrt und die Scheinheiligkeit letztlich trickreich entlarvt, dafür gibt Molière in seinem Klassiker ein großartiges Beispiel. Schon Goethe lobte in diesem Sinne: "Molière ist so groß, dass man immer von neuem erstaunt, wenn man ihn wieder liest. Die Exposition von «Tartuffe» ist nur einmal in der Welt da; sie ist das Größte und Beste, was in dieser Art vorhanden ist."
Darsteller
Peter Felten - Tartuffe
Gian Andrea Scarello - Orgon
Anita Steiner - Dorine
Ramona Marx - Elmire und Madame Pernelle
Dietmar Bertram- Cleante
Axel Schwenk- Valer und Herr Loyal
Anita Fricker , Marianne
Regie Gian Andrea Scarello
Text und Dramaturgie Anita Steiner
Veranstaltungsort
Theater im Loft
Borngasse 15
55126 Mainz
Quelle und weitere Informationen