Ein russischer Container-Frachter befindet sich in der Meerenge von Gibraltar. Plötzlich sinkt in unmittelbarer Nähe ein kleiner Holzkahn mit einer Gruppe von Flüchtlingen.
Die komplizierten diplomatischen Verhandlungen zur Übergabe der Überlebenden ziehen sich hin. Niemand möchte die geborgenen Fremden auf dem Schiff. Wem gehören sie? Denen, die hinter der Grenze des Landes leben, das sie unter Einsatz ihres Lebens verlassen haben? Oder jenen, die hinter der anderen Grenze leben, die sie zu überqueren wünschten?
Zwei Touristen, die an Bord des Frachters sind, geraten direkt zwischen die Fronten und werden mit einer brutalen Realität konfrontiert, die ihre bisherigen Wertvorstellungen ins Wanken geraten lässt.
Der marokkanische Autor Ahmed Ghazali behandelt in dem Schauspiel SCHAFE UND WALE, das 2002 in seiner Wahlheimat Montrealm, Kanada, uraufgeführt wurde, ein politisch brisantes Thema: Die illegale Einwanderung aus Ländern der Dritten Welt in das scheinbare "Traumland" Europa, das zur Zeit in den Medien als "einig" gefeiert wird. Ghazalis Sicht auf die internationalen, durch Globalisierung, Korruption und Fundamentalismus belasteten Beziehungen jedoch ist gnadenlos. So verletzbar, wie er die Flüchtlinge - die fliehenden Schafe - zeigt, so ablehnend charakterisiert er die Vertreter des europäischen Festlandes, die im Scheitern wie die Wale zwar gelassener, aber um so verwendbarer stranden. Mit SCHAFE UND WALE wird ein Stück aktueller Zeitgeschichte aufgearbeitet - als moderne Parabel, in der auch fremde Rituale zum Ausdruck kommen.
Das Schauspiel von Ahmed Ghazali findet am 05. April um 20 Uhr statt im
Theater Trier
Am Augustinerhof
54290 Trier
Karten und weiter Informationen gibt es unter Telefon 0651-7183467 oder im Internet auf www.theater-trier.de