Das Interesse an italienischer Literatur ist groß in Deutschland. Auch in Italien werden Bücher deutscher Autorinnen und Autoren gerne gelesen. Ohne Übersetzungen wäre das nicht möglich.
Mit dem Preis zeichnet die Bundesregierung herausragende Übersetzungen der deutschen und italienischen Gegenwartsliteratur aus.
Vergeben wird der Preis im jährlichen Wechsel: Nach der ersten Preisvergabe im vergangenen Jahr für Übersetzungen ins Italienische, erhalten in diesem Jahr deutsche Übersetzerinnen die begehrten Auszeichnungen.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann freute sich, die Preise diesmal selbst in Berlin überreichen zu können. In seiner Rede unterstrich Neumann die kulturelle Bedeutung des Übersetzens. "Es kann fast als Allgemeinplatz gelten, dass Übersetzungen die Grenzen der Sprache erweitern, dass sie Weltliteratur möglich machen, indem sie die Gedankenwelt fremder Völker in die eigene Sprachwelt aufnehmen, dass sie Motoren eines kulturellen Austausches und eines kulturellen Dialoges auf Augenhöhe sind", erklärte er.
Anliegen der Bundesregierung sei es, das Übersetzen als Kunst zu fördern, sagte Neumann. Neben dem deutsch-italienischen Übersetzerpreis unterstützt sie deshalb auch den Deutschen Übersetzerfonds, der Arbeitsstipendien für literarische Übersetzungen vergibt.
In diesem Jahr wurden drei Übersetzerinnen für ihre Übertragungen italienischer Texte ins Deutsche ausgezeichnet. Sigrid Vagt nahm den Preis für ihre Übersetzung von Salvatore Niffois Roman "Die Legende von Redenta Tiria" entgegen.
Der Preis für das überragende Lebenswerk ging an Marianne Schneider. Sie hat literarische Werke von Leonardo da Vinci über Giacomo Leopardi bis zu Gianni Celati übersetzt. Und sie hat damit viel für die Vermittlung der italienischen Literatur getan.
Als beste Nachwuchsübersetzerin wurde Esther Hanser prämiert. Ihre Übersetzung von Marcello Fois Krimi "Sardische Vendetta" belohnte die Jury mit einem Stipendium für einen Aufenthalt an der deutschen Akademie Villa Massimo Rom.
Der Deutsch-Italienische Preis für literarisches Übersetzen wird jährlich vergeben. Ins Leben gerufen wurde der Preis vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Auswärtigen Amt. Ziel ist es, die Verständigung zwischen den Kulturen zu fördern. Die Auszeichnung wird in drei Kategorien verliehen: für die beste Übersetzung, für das Gesamtwerk und für den Übersetzer-Nachwuchs. Die Preise für die beste Übersetzung und das Lebenswerk sind mit je 7.500 Euro dotiert. Den Preis für das Lebenswerk finanziert in diesem Jahr das italienische Kulturministerium.
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