Eine besondere Rolle spielt dabei die Damenmode in der Zeit um den 1. Weltkrieg. Mit ihren aufwendigen Hüten, Taschen, Schirmen und Stöcken ausgestattet und begleitet vom obligatorischen Hündchen, flanieren die Damen über das Papier. In kurzen, fein mit Bleistift geschriebenen Notizen vermerkte Prestel dazu das jeweilige silhouettenhaft karikierte Ereignis: von Spaziergängen im Frankfurter Palmengarten, über Wanderungen im Taunus bis hin zum Mainzer Schützenfest.
Die geschnittenen Figuren dokumentieren nicht nur die Mode und den Geschmack der Zeit auf humorvolle Weise, sie bieten auch einen Einblick in das Leben Prestels als einer Dame der Gesellschaft. Auch politisch brisante Themen wie der Weltkrieg oder die Reichstagswahlen der noch jungen Weimarer Republik greift sie in ihren Schnitten auf.
Die Rolle der Frau ist dabei stets betont oder findet besondere Berücksichtigung.
Während viele der collageartigen Papierarbeiten an Freunde und Bekannte verschickt wurden, hat sich im Landesmuseum Mainz ein etwa 300 Blatt umfassender Bestand an Scherenschnitten der Künstlerin erhalten, der hier erstmals ausgestellt und im Feld der Scherenschnitttechnik verortet wird.
Die Ausstellung "Schemenhaft – Die Scherenschnitte der Therese Prestel" ist noch bis zum 6. Juni im Landesmuseum Mainz zu sehen.
Quelle und weitere Informationen:
https://landesmuseum-mainz.de/de/ausstellungen/scherenschnitte-therese-prestel/
