| Preisverleihung

Nora Krug erhielt den Gerty-Spies-Literaturpreis

Am 21. März 2024 wurde im Hambacher Schloss der mit 5.000 Euro dotierten Gerty Spies-Literaturpreises der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz an Nora Krug verliehen.

Im Festsaal des Hambacher Schlosses erhielt die deutsch-amerikanische Illustratorin und Autorin Nora Krug am Donnerstag, 21. März 2024, den mit 5.000 Euro dotierten Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. (LpB) überreicht. Nach der Begrüßung und Erinnerung an die Namensgeberin des Preises, Gerty Spies, durch Bernhard Kukatzki, Direktor der LpB, und einem Grußwort von Daniel Stich, Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, hielt Prof. Dr. Anja Ohmer die Laudatio. Nora Krug erläuterte in ihrer beeindruckenden Preisrede ihr künstlerisches und politisches Schaffen.

Die Jury entschied sich für Nora Krug insbesondere wegen ihres Werks ‚Heimat. Ein deutsches Familienalbum’, in dem sie die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus sehr persönlich darstellt und gleichzeitig in Form einer Graphic Novel Literaturgeschichte schreibt. 

Nora Krug fühlte sich geehrt: „Gerty Spies war eine deutsche Schriftstellerin und Holocaust-Überlebende für die ihr Schreiben als Überlebensstrategie diente, während sie unter dem Naziregime im Konzentrationslager Theresienstadt interniert war. ‚Ich vergaß Hunger, Armut, Heimweh‘ schrieb sie später über ihre Erfahrungen.“  Der Preis sei ihr sehr wichtig und eine Bestätigung für sie an ihrem politischen und künstlerischen Engagement festzuhalten.

Direktor Bernhard Kukatzki: „Nora Krug hat uns mit ihren Grafiken in Verbindung von Geschichte und Politik beeindruckt, nicht zuletzt bei ihrer Zusammenarbeit mit Timothy Schneider für dessen Schrift ‚Über Tyrannei’. Ihre Werke haben die Auszeichnung mit dem Gerty Spies-Preis verdient und stehen in ihrer Aussagekraft und Reflexion in der Tradition der Werke von Gerty-Spies.“ 

Ministerialdirektor Stich: „Nora Krug hat mit ihrer Graphic Novel ein berührendes und einzigartiges Werk geschaffen, das generationenübergreifend Bürden greifbar macht. Außerdem gibt sie eine vielschichtige Antwort auf die Frage, was Heimat ausmacht. Ihr Werk ist eine Betrachtung über die Verantwortung von Geschichte und die Dimensionen des Erinnerns, welches gerade in diesen sich zuspitzenden Zeiten herausragt.“

Nora Krug, 
wurde 1977 in Karlsruhe geboren. Die Fulbright-Stipendiatin studierte Bühnenbild, Dokumentarfilm und Illustration in Liverpool, Berlin und New York. Ihre Zeichnungen und Bildergeschichten erscheinen u.a. in der New York Times, dem Guardian, Le Monde diplomatique. Krug ist Professorin für Illustration an der „Parsons School of Design“ in New York und lebt in Brooklyn.
Sie erhielt zahlreiche Preise und Förderungen und das Victoria and Albert Museum in London verlieh ihr den Titel „Illustrator of the Year“. Ihr Debüt „Heimat“ wurde in den USA mit dem National Book Critics Award ausgezeichnet und in Deutschland 2022 zur Schullektüre.  Ihr neues Buch „Im Krieg. Zwei illustrierte Tagebücher aus Kiew und St. Petersburg“ (engl. Diaries of War) erschien im Februar 2024 auf Deutsch.

Der Gerty-Spies-Literaturpreis
wurde erstmals 1996 vergeben. Er ist nach der 1897 in Trier geborenen Schriftstellerin Gerty Spies benannt, die am 10. Oktober 1997 hundertjährig in München gestorben ist. Als Holocaust-Überlebende kämpfte sie mit ihren Gedichten und Erzählungen wider das Vergessen. 
Bisherige Trägerinnen und Trägern des Gerty-Spies-Literaturpreises gehören u.a. Milo Rau, Ralf Rothman, Ulrich Peltzer, Ursula Krechel, Navid Kermani, Eva Menasse und Juli Zeh. 

Bilder der Preisverleihung finden Sie in Kürze auf der LpB Homepage unter:
www.lpb.rlp.de/veranstaltungen/gerty-spies-literaturpreis 

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