1997 - Kunst am Radweg

Hinweis: Von Köngernheim nach Gau-Bischofsheim über den Radweg sind es etwa 10 km.

Bescheibung:
Drei Beweggründe hatte die Kunstinitiative Rheinhessen e.V. (KIR) für das Bildhauersymposion "Kunst am Radweg - Bewegung in Rheinhessen": Zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum vermitteln, ein Forum für junge Künstlerinnen schaffen und den noch jungen Radweg attraktiver gestalten.
Aus über achtzig Bewerbungen erhielten sechs Künstlerinnen die Gelegenheit, ihre Kunstwerke am Radweg zu erarbeiten. 1997 fungierte der Radweg vier Wochen lang als Wirkungsstätte der Künstlerinnen, als Ort, an dem unmittelbar Kommunikation zwischen Kunst-Schaffenden und Kunst-Betrachtenden stattfand.

Das Objekt "beWEGt" (1) von Ortrud Sturm aus Rödermark setzt sich mit der alten Bahntrasse auseinander. Die Künstlerin hat die ehemals starrliegenden Holzschwellen fächerförmig angeordnet, so dass sie scheinbar schwerelos dem Himmel zustreben. Der Weg selbst ist in Bewegung geraten.
"Auf der Schwelle" (2) nennt Christina Camp Hübner aus Berlin ihre Installation und will damit im übertragenen Sinn das Bett als Schwelle zum Unterbewusstsein verstanden wissen. Das "Bett" aus Kieselsteinen und Beton liegt an einem ungewöhnlichen Ort: zwischen alten Bahnschienen, die einst an jener Stelle verlegt waren.
Ausgangspunkt der Installation "Ausblick" (3) von Elli Graetz aus Berlin bildet der Fahrradsattel als Symbol der Ruhe in der Bewegung. Die Künstlerin hat Sättel der unterschiedlichsten Fahrzeuge abmontiert und auf Stahlrohren befestigt. Die Sitze erhalten dadurch eine neue Funktion: Mitten in der Landschaft dienen sie als Sitzplatz zum "Ausblick".
"ZUCKERRÜBE - vom Hänger gefallen, liegengeblieben" (4) nennt Elke Richert aus Mainz ihre Holzskulptur, die aus der Ferne wie eine geschlossene Form wirkt. Erst bei Nähe betrachtet wird die unruhige Struktur sichtbar. Die mächtigen Eichenhölzer, die von groben Keilen zusammengehalten werden, zeigen deutlich Spuren der Bearbeitung.
Beate Maria Wörz aus Berlin hat eine "Kommunikative Sitzskulptur" (5) als Rast- und Ruhebereich gestaltet. Sie hat Findlinge mit Eichenstämmen zu einem Halbrund geformt. Schnitte im Holz und im Stein schaffen Kontaktpunkte und verbinden die einzelnen Elemente.
Marina Schreiber aus Berlin hat ihre schneckenähnliche Plastik aus Polyester "Lob der Langsamkeit" (6) genannt. Die schwarze Bemalung auf leuchtend gelbem Grund betont die prallen, runden Formen des Objekts. Die Künstlerin will mit dieser Schnecke, dem Wappentier der Langsamkeit, Lust schaffen innezuhalten und sich mit dem scheinbar Unwichtigen auseinanderzusetzen.

01 - beWEGt / Ortrud Sturm
01 - beWEGt / Ortrud Sturm
02 - Auf der Schwelle / Christina Camp Hübner
02 - Auf der Schwelle / Christina Camp Hübner
03 - Ausblick / Elli Graetz
03 - Ausblick / Elli Graetz
04 - Zuckerrübe ... / Elke Richert
04 - Zuckerrübe ... / Elke Richert
05 - Kommunikative Sitzskulptur / Beate Maria Wörz
05 - Kommunikative Sitzskulptur / Beate Maria Wörz
06 - Lob der Langsamkeit / Marina Schreiber
06 - Lob der Langsamkeit / Marina Schreiber