1997 - Freilichtgalerie in der Fronte Beckers

Hinweis: Die Skulpturen stehen alle im Park der ehemaligen Festungsanlage Fronte Beckers in Germersheim. Darüber hinaus findet der Kunstinteressierte in der Innenstadt eine Reihe weiterer Skulpturen, die künftig zum Kunsterlebnisweg durch die Stadt verbunden werden.

Barrierefrei: Dieser Skulpturenweg ist barrierefrei.

Ansprechpartner: Bürgermeister Marcus Schaile, Tel.: 07274-960-201

Beschreibung
Das Symposion in Germersheim verwandelte im Sommer 1997 den Graben der Festungsanlage Fronte Beckers in einen faszinierenden Skulpturenpark. Jeder der zehn Bildhauer erhielt drei Kubikmeter Buntsandstein. Was sie daraus machten, war allerdings höchst unterschiedlich. 

Olaf Bergmann zum Beispiel: Er kombiniert Sandstein mit Stahl (1). Auf Blöcken stehen Stahlbögen, die ihrerseits drei äußerlich unbearbeitete Sandsteinblöcke tragen.
Ganz anders die Arbeit des Italieners Villi Bossi. Sein "Sotto Hale Bob" (2) weist auf das Erscheinen des Kometen Hale Bob im Jahr 1997 hin. Im Kometen sieht der Künstler die unfassbaren Zeiträume des Universums und zugleich die Nichtigkeit und Kurzlebigkeit unserer Existenz.
Im Spannungsfeld von Material, Form und Idee entwickelt Holger Grimm aus Speyer seine Formensprache. Die Formenvielfalt seiner Skulptur (3) reizt die Neugier des Betrachters, der beim Herumgehen versuchen kann, vier gänzlich unterschiedlich gestaltete Flächen zu erfassen.
"Knoten und Helm" (4) sind die Themen von Karl-Heinz Deutsch aus Jockgrim. Ein zentraler, um den gesamten Stein verlaufender Knoten scheint seinen Steinblock aufzubrechen.
Für Georg Ahrens ist die klassische Form des Torsos Ausdruck eines in unserer Zeit fehlenden geschlossenen Menschenbilds. Für Germersheim schuf der gebürtige Koblenzer einen knienden Torso (5).
Das labile Gleichgewicht zwischenmenschlicher Beziehungen drückt Christoph Mancke in seiner Skulptur (6) aus. Ohne den U-förmigen Stahlträger würde der Stein stürzen und ohne den Stein könnte der Träger fallen.
Dem diagonalen Schnitt gilt das Interesse von Willi Bauer aus Heiligenmoschel. Der Künstler fügt die beiden Dreiecke wieder zusammen, allerdings ein wenig versetzt, so dass in die Skulptur (7) Dynamik kommt.
Industriell gefertigte Steinplatten und der naturbelassene Sandstein prägen die Säule (8) des Luxemburger Bertrand Ney. Der Bildhauer will damit den Kontrast zwischen der Entstehung des Steines und der heutigen technischen Zeit verdeutlichen.
Reiner Mährlein aus Kaiserslautern befasst sich vor allem mit der Kommunikation von Form und Gegenform. Seinem L-förmigen Steinblock (9) spaltet er einen schmalen Block ab, der in spannungsvollem Abstand seinem Ursprung gegenübersteht.
Ljubo de Karina aus Kroatien hat ein "Fenster" (10) aus Sandstein geschaffen. Faszinierend an seinem Werk sind die zwei Ansichten. Von der einen Seite wirkt der Stein wie eine filigrane Scheibe, von der anderen zeigt er sein ganzes Volumen.

01 - Sandstein mit Stahl / Olaf Bergmann
01 - Sandstein mit Stahl / Olaf Bergmann
02 - Sotto Hale Bob / Villi Bossi
02 - Sotto Hale Bob / Villi Bossi
03 - Skulptur / Holger Grimm
03 - Skulptur / Holger Grimm
04 - Knoten und Helm / Karl-Heinz Deutsch
04 - Knoten und Helm / Karl-Heinz Deutsch
05 - Kniender Torso / Georg Ahrens
05 - Kniender Torso / Georg Ahrens
06 - Skulptur / Christoph Mancke
06 - Skulptur / Christoph Mancke
07 - Skulptur / Willi Bauer
07 - Skulptur / Willi Bauer
08 - Säule / Bertrand Ney
08 - Säule / Bertrand Ney
09 - L-förmiger Steinblock / Reiner Mährlein
09 - L-förmiger Steinblock / Reiner Mährlein
10 - Fenster / Ljubo de Karina
10 - Fenster / Ljubo de Karina