Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Ursprünglich war der Bahnhof Endstation einer Privatbahn, die ab Köln verkehrte. Noch heute hält hier jede Stunde ein Nahverkehrszug aus Emmerich, Düsseldorf, Köln und Bonn in Richtung Koblenz.
Der Eingang im Sockelgeschoss des Bahnhofs führt zugleich in den Museumsneubau, das Arp Museum. Ein breiter Tunnel unter den Gleisen verbindet Bahnhof und Museumsbauten. Er endet in einem Wechselausstellungsraum für Gegenwartskunst. Von dort führt ein Aufzug zum Arp Museum, auf den Rheinhöhen oberhalb des Bahnhofs, das der renommierte amerikanische Architekt Richard Meier entworfen hat. Er plante dieses Gebäude in idealer Wechselwirkung von Natur und Kunst. Auf den Höhen über dem Rhein begegnet so die amorphe Welt der Skulpturen von Arp der geometrisch klaren Architektur von Meier.
Wirklich - Kunst und Realität 1400 bis 1900 - 29. März bis 6. September 2026
In Zeiten von KI und Fake News schwindet unser Vertrauen in die Wahrheit von Bildern. Doch wie steht es um historische Kunstwerke? Hier hinterfragen wir häufig nicht, was wir sehen. Dabei sind sie meist viel hintergründiger, als wir denken, vermitteln versteckte Botschaften, die wir heute kaum noch wahrnehmen. Was im Mittelalter und im Barock noch als wahr galt, ist für viele heute irreal – Erkenntnisse der Wissenschaft und ein grundsätzlich anderer Blick auf religiöse und spirituelle Inhalte verändern unsere Wahrnehmung.
Rund 70 faszinierende Werke – Gemälde, Skulpturen, Miniaturen und Fotografien – zeigen den Wandel unserer Wirklichkeitsvorstellung durch fünf Jahrhunderte. Im Mittelalter und Barock ist der Glaube greifbar und real. Skulpturen von Heiligen machen ihre heilende Kraft und das Göttliche sichtbar, den Glauben haptisch erfahr- und begreifbar, soweit, dass die Menschen von ihrer real heilenden Kraft überzeugt sind. Im 16. und 17. Jahrhundert erfreuen sich scheinbar realistische Genreszenen und Stillleben hoher Popularität. Dabei verbirgt sich in ihnen oft ein tieferer Symbolgehalt, der herausgelesen und entschlüsselt werden will. Mit dem Realismus des 19. Jahrhunderts schließlich wetteifern Fotografie und Malerei um Authentizität. Zwischen Andacht und Alltäglichkeit, zwischen Ideal und Beobachtung erzählt die Ausstellung, wie jede Epoche ihre Wahrheit ins Bild setzt.
Quelle und weitere Informationen: https://arpmuseum.org/
und im Kulturland: https://kulturland.rlp.de

